Wir beſchließen ſomit das, was wir über die einzelnen Arten von Sammlungen ſagen.
Wohin, kann nun gefragt werden, kommen alle dieſe Knabenſammlungen? Wir könnten antworten, das ſei vorerſt gleichgülſtig. Doch wollen wir die Frage nicht ganz ab⸗ weiſen. Die meiſten dieſer Sammlungen, ſagen wir alſo, haben kein ſehr langes Leben. Der Sammler bekommt mit den Jahren andere Neigungen, anderes Streben; ſeine äüße⸗ ren Verhältniſſe ändern ſich; er verläßt wohl als Jüngling ſeine Heimat für eine Reihe von Jahren. Er weiß nicht, wohin ihn ſein Beruf noch führen mag; ſeine Schätze kann er nicht mitnehmen; er überträgt vielleicht bei ſeinem Weg⸗ gange einem jüngeren Bruder die Sorge dafür. Wenn er nun als Mann zurückkommt, ſo findet er wohl die Früchte ſeiner jahrelangen Mühe verwahrloſt, verdorben, oder ſie ſind vielleicht gar nicht mehr vorhanden. Es gibt zwar Ausnahmen, wie wir denn oben eine ſolche angeführt haben, und zwar, wie wir hinzuſetzen wollen, ganz erfreuliche Aus⸗ nahmen; aber dieſe ſind, ſcheint mir, doch nicht ſo häufig. Iſt nun da alſo in den meiſten Fällen alle Mühe vergeb⸗ lich geweſen? Nein! Denn— dies wiederhole ich hier zum Schluſſe— nicht das Geſammelte hat für den Sammler den meiſten Werth, ſondern die darauf verwendete ernſte Bemühung ſelbſt. Und ſo wie eine jede mit Freiheit über⸗ nommene, mit Eifer fortgeſetzte, auf einen würdigen Gegen⸗ ſtand gerichtete Thätigkeit den Menſchen hebt, ſo iſt es auch, unter den angegebenen Bedingungen, mit derjenigen Thätig⸗ keit, von welcher in dieſen Blättern die Rede war, der Fall. Und mögen dann auch die Schätze von den Winden verweht werden, der Sammler hat doch einen Gewinn davon für ſein ganzes Leben.


