Aufsatz 
Über die Benutzung der Freizeit zur Anlegung und Pflege von Sammlungen
Entstehung
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Anfänger die nicht genug zu wiederholende Bitte, intereſſante und ſeltnere Pflanzen nicht in Maſſe.... auszuſtechen oder auszureißen, ſondern nur für den individuellen Bedarf und dazu reicht ja gewöhnlich 1 Exemplar hin ſich zu verſehen.

Noch ſtärker drückt ſich Auerswald(S. 3), allerdings zunächſt mit Bezug auf ſolche Sammler, die mit Botanikern anderer Gegenden in Tauſchverbindung treten, in folgenden Worten aus:Jetzt aber fangen dergleichen eifrige Botaniker an, ihrer Gegend geradezu gefährlich zu werden; denn mit der größten Schonungsloſigkeit werden alle ſogenannten ſel⸗ tenen Pflanzen aufgeſucht, ausgegraben und getrocknet, ohne zu fragen, ob dadurch vielleicht die letzten Exemplare einer Zierde der ganzen weiten Umgegend vernichtet werden oder nicht. Vergeblich ſucht dann oftmals ein Naturfreund an ſeinem Lieblingsplätzchen nach einem Lieblingspflänzchen, was er gefliſſentlich geſchont hatte, um ſich ſeiner immer wieder freuen zu können. Wie kann man nun Knaben abhalten, in dieſen Fehler zu verfallen? Es iſt ſchwer. Denn tief und feſt in der menſchlichen Seele wurzelt die Eigenſucht. Haben doch die Menſchen ſchon vor vielen Jahr⸗ hunderten Griechenland, Italien, Frankreich entwaldet, zu ihrem augenblicklichen Nutzen, ohne an die Nachkommen zu denken, die auch Holz und Schatten und Feuchtigkeit brauchen. Wenn man dem Knaben den Sinn geben könnte, einzuſehen oder doch zu fühlen, daß die Natur etwas Heiliges iſt, ein Werk Gottes, das der Menſch zwar beherrſchen, benutzen, aber nicht vernichten und zerſtören ſoll, und an dem ſich nicht der Einzelne bloß erfreuen ſoll, ſondern Alle. Es iſt ſchwer; aber der Erzieher muß auch hier nach Kräften das Seinige thun.

Wir wollen hier, was wir allerdings ſchon bei andern