— 24—
Freien, härtet ſeinen Körper dadurch ab, wird vertraut mit der Natur, gewinnt ſie lieb, lernt beobachten und unter⸗ ſcheiden; ihn dürfen die Eltern getroſt halbe und ganze Tage lang allein ſpazieren gehen oder vielmehr draußen herumwandern laſſen. Auch die Winterzeit iſt für dieſe Liebhaberei nicht verloren: da kann das Herbarium, das im letzten Sommer anſehnlich vermehrt worden iſt, neu geordnet werden. Und mit welcher Freude wird das allmähliche Erwachen der Natur im Frühlinge begrüßt, die alten, lieben Bekannten, Anemonen und Schlüſſelblumen, Daphne und Scilla wieder beſucht. Allerdings ſetzen wir hier voraus, daß nicht ſo, wie es im erſten Kapitel des erwähnten Schriftchens von Auerswald geſchildert iſt, botaniſirt wird, ſo daß bloß das Beſitzen der Zweck ſei, ſondern ſo wie es im zweiten Kapitel ſteht, aus dem wir oben die betreffende Stelle angeführt haben, ſo daß alſo namentlich auf das Selbſtbeſtimmen großes Gewicht gelegt iſt.
Eine Gefahr für Pflanzenſammler— ſie findet ſich ähnlich bei Sammlern anderer Gegenſtände, iſt aber hier, bei Pflanzen, am häufigſten und ſchädlichſten, und darum am meiſten ins Auge zu faſſen— iſt die, daß manche hauptſächlich auf Seltenes ausgehen und dann, haben ſie ſeltnere Pflanzen entdeckt, nicht Maß halten, ſondern alles nehmen, was ſie davon finden.„Wenn ichs nicht thue,“ damit entſchuldigen ſie ſich wohl,„ſo thun es Andere.“ Gar manche ſchöne oder eigenthümliche Pflanze iſt durch ſolche Habgier ſchon aus der Flora unſerer näheren Um⸗ gegend verſchwunden; ich nenne nur Lilium bulbiferum und Orchis hircina, welche beide noch in dem im Jahre 1832 erſchienenen Taſchenbuche von Freſenius aufgeführt ſind, ſich aber jetzt nicht mehr finden. Wohl zu beachten iſt, was Freſenius(Anmerk. zu S. 3) ſagt:„Namentlich ergeht an


