Aufsatz 
Über die Benutzung der Freizeit zur Anlegung und Pflege von Sammlungen
Entstehung
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wird die ganzen Tage und Jahre hindurch ſo viel befohlen, er wird ſo viel gemeiſtert, muß ſo viel nach Vorſchrift Anderer thun. Es iſt das in unſern Verhältniſſen nicht wohl anders möglich; wir ſetzen auch voraus, daß das, was ihm befohlen wird, gut und nützlich für ihn ſei. Aber wenn er beſtändig bloß nach dem Willen Anderer handelt, ſo bleibt er, das wiederholen wir hier, unſelbſtändig und wird zur Maſchine. So wie nun in einem großen Garten die Kinder wohl kleine Gärtchen oderLändchen angewieſen bekommen, auf welchen ſie ſich nach eigener Luſt und Wahl Blumen oder Kreſſe oder was ſie ſonſt wollen bauen mögen: ſo gönnen wir den Knaben doch auch ein kleines Plätzchen, auf dem ſie ſich mit voller Luſt und Freiheit bewegen können. Ein ſolches bieten ihnen nun ihre Liebhabereien, beſonders auch die Sammlungen.

Nicht alle Arten von Sammlungen ſind der Ausbildung der Jugend in gleichem Maße förderlich; wir werden nachher einzelne Arten beſonders behandeln; hier wollen wir nur vorerſt im allgemeinen Folgendes ausſprechen. Am meiſten empfehlenswerth ſind ſolche Sammlungen, die durch eigene Mühe beſchafft werden, deren Pflegen und Ordnen am meiſten Mühe macht oder doch Thätigkeit in Anſpruch nimmt; am wenigſten bildend ſolche, die bloß durch Schenkung erlangt werden und die keiner weiteren Pflege bedürfen; am beſten diejenigen, deren Gegenſtände mit irgend einem Zweige der Wiſſenſchaft oder Kunſt in engerer Verbindung ſtehen; am werthloſeſten diejenigen, die ſolche Gegenſtände erſtreben, an deren Betrachtung ſich keine weitere geiſtige Thätigkeit knüpft.

Ehe wir nun an die einzelnen Arten von Sammlungen kommen, betrachten wir zuvor noch die erſten Verſuche oder die Anfänge des Sammelns, wie ſie ſich bereits bei kleinen, noch nicht ſchulfähigen Kindern manchmal finden.