Aufsatz 
Über die Benutzung der Freizeit zur Anlegung und Pflege von Sammlungen
Entstehung
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Ordnungsſinn wird ausgebildet. Gewohnlich haben Knaben zur Aufbewahrung ihrer Sammlungen nur einen beſchränkten Raum zur Verfügung; ſie lernen, auch dieſen ſo gut wie möglich zu benutzen. Und was auf dieſem Gebiete gelernt iſt, findet wohl auch auf anderm ſeine Anwendung.

Das Sammeln namentlich allerdings von Natur⸗ gegenſtänden gibt Gelegenheit, Trägheit und Weichlichkeit zu überwinden, Kraft und Muth zu ſtärken. Da wird nicht Froſt und Hitze, nicht Hunger und Durſt und Ermüdung, nicht der Sprung über einen Graben oder das Erklettern eines Felſens geſcheut. Was hier gelernt und geübt iſt, kommt wir wollen nicht ſagen dem Leben, denn dieſe Thätigkeit iſt, wie eine jede, ja auch ein Theil des Lebens, wohl aber dem ganzen Leben zu gute.

Das Sammeln gibt den Gängen ins Freie Ziel und Bedeutung. Knaben gehen ebenſo wenig wie Landlente oder die kindlicheren Menſchen des Alterthums bloßſpazieren; ſie empfinden das Bedürfniß dazu nicht ſo wie namentlich die einen großen Theil des Tages durch ihr Geſchäft an das Haus gefeſſelten unter den Städtern unſerer Zeit. Sie wollen bei ihren Gängen ins Freie immer einen Zweck haben. Und fehlt ihnen ein ſolcher, ſo verfallen ſie, wenn ſie denn doch hinausgehen, bald auf Unnützes; ja es kann beim Anblick eines für ſich altein ziellos dahinwandelnden Knaben leicht mancher Verdacht rege werden. Einen ſolchen Zweck nun bietet ihnen etwa ein gemeinſchaftliches Spiel mit Altersgenoſſen, ebenſo aber auch das Sammeln.

Es ſchärft ferner die Sinne, lehrt beobachten und unter⸗ ſcheiden; und wer dies hier gelernt hat, verſteht es ſpäter auch auf anderm Felde. Der ernſte, eifrige, ich möchte ſagen gewiſſenhafte Sammler treibt ſeine Sache gründlich; er weiß, wie viel dazu gehört, eine Pflanze oder einen