Aufsatz 
Über die Benutzung der Freizeit zur Anlegung und Pflege von Sammlungen
Entstehung
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annehmen, noch nicht ſo tief geſunken iſt, daß er wirklich Gegenſtände entwendet, ſo wird er ſich doch ſo weit herunter⸗ laſſen, auf kriechende Weiſe zu betteln, oder zu überliſten und etwa im Tauſche zu übervortheilen; es ſtumpft ſich alſo das Gefühl für Ehre und für Ehrlichkeit ab. Er kommt ferner leicht dazu, einen großen Werth auf das bloße Beſitzen zu legen, er wird habſüchtig und, was damit in Verbindung ſteht, neidiſch. Er iſt ſo eingenommen von ſeiner Lieb⸗ haberei, daß er keinen Sinn mehr für anderes hat; er ver⸗ nachläſſigt die Erfüllung ſeiner Pflichten; er wird ein für das Leben unbrauchbarer Menſch. Dieſe Gefahren ſowie einige andere, auf welche wir bei der Betrachtung einzelner Arten von Sammlungen kommen werden ſind allerdings vorhanden; wir ſehen ſie; und als Erzieher müſſen wir das unſrige thun, damit die Knaben ihnen nicht unterliegen. Aber die Schattenſeiten ſollen uns nicht abhalten, auch die Lichtſeiten ſolcher Beſchäftigung zu erkennen und zu würdigen.

Und dieſe Lichtſeiten ſind doch ganz bedeutend. Wir wollen auch hier vorerſt nur das hervorheben, was wenig⸗ ſtens von den meiſten Sammlungen, deren Stoff ein einiger⸗ maßen würdiger iſt, geſagt werden kann, und Beſonderes der Beſprechung der einzelnen Arten vorbehalten.

Ein Hauptvortheil iſt der, daß der Sammler nicht langweilig wird und nicht durch Langeweile auf Müßiges, Unnützes, Schädliches verfällt. Dem eifrig ſammelnden Knaben ſind auch die Ferien nicht zu lang, und auch ſeine Hausgenoſſen werden nicht in die oben erwähnten Klagen über deren Länge einſtimmen. Der Sammler lernt, die Zeit zu verwerthen. Wenn das Wetter oder andere Ver⸗ hältniſſe gerade das Sammeln nicht erlauben, ſo iſt die Sammlung zu betrachten, zu ordnen..

Letzteres bietet wieder einen neuen Vortheil: der