Aufsatz 
Über die Benutzung der Freizeit zur Anlegung und Pflege von Sammlungen
Entstehung
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kann man die Freiheit benutzen lernen, wenn man ſie nicht in gewiſſem Maße wenigſtens beſitzt.

Hierüber wäre nun für jetzt genug geſagt.

Und womit werden denn nun Knaben ihre freie Zeit ausfüllen können, ſo daß auch dies ihre ganze Entwickelung fördert? Sie können je nach Neigung, Gelegenheit, Jahres⸗ zeit leſen, zeichnen, Papparbeiten fertigen, kräftige Spiele ſpielen, im Herbſte Drachen ſteigen laſſen, im Winter Schlitt⸗ ſchuhlaufen, und ſo manches andere thun. Sie können auch und davon wollen wir jetzt weiter ſprechen Samm⸗ lungen anlegen und pflegen.

Mancher wird wohl hierbei den Kopf ſchütteln; er wird vielleicht an das Zerrbild eines Sammlers denken, wie ein ſolches z. B. in Immermanns Münchhauſen dargeſtellt iſt, eines Menſchen, dem über ſeinen Sammlungen der Sinn für alles andere abhanden gekommen iſt; er wird ſich er⸗ innern, von einem Manne in geachteter Stellung gehört zu haben, der durch ſeine Sammelwuth zum Dieb, von einem andern, der durch dieſe Leidenſchaft ſogar zum Mörder ge⸗ worden ſei. Nun? Was ergibt ſich daraus für uns? Daß dieſer Weg allerdings ſeine Gefahren hat. Aber welcher Weg, den ein Menſch einſchlagen könnte, wäre denn ohne Gefahr? Daß wir dieſe ſehen, kann uns nicht abhalten wir wollen nicht ſagen, der Jugend dieſe Beſchäftigung anzuempfehlen; denn wir wollen überhaupt hier nicht un⸗ mittelbar eingreifen; die Wahl ſoll frei ſein, aber doch uns zu freuen, wenn die Sammlungen gedeihen, und ihr Gedeihen, wann unſere Hülfe erwünſcht iſt, fördern zu helfen.

Faſſen wir aber doch einmal zuerſt die Schatten⸗ ſeiten des Sammelns ins Auge. Der leidenſchaftliche Sammler ſcheut auch unrechte Mittel nicht, um ſeine Sammlung zu vermehren; und wenn er auch, wollen wir