Aufsatz 
Über die Benutzung der Freizeit zur Anlegung und Pflege von Sammlungen
Entstehung
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freie Zeit vollkkommen zu entziehen. Als zu Anfang unſeres Jahrhunderts die Engländer den Gedanken faßten, ihre Sklaven freizulaſſen, da erhob ſich auch der Einwand,die Sklaven wüßten nichts mit ihrer Freiheit anzufangen. Er war nicht ohne Grund; aber England ließ ſich dadurch doch nicht abhalten: die Sklaven wurden nach und nach, dadurch, daß ſie nach ihrer ausgeſprochenen Freilaſſung noch einige Jahre in Dienſten ihrer bisherigen Eigenthümer bleiben mußten, an die Freiheit gewöhnt. Wohl, gewöhnen auch wir, Eltern und Lehrer, die Knaben allmählich an würdige freie Benutzung ihrer Zeit; fördern wir, durch Lehre und Bei⸗ ſpiel, die wahre Sittlichkeit in ihnen; geben wir ihnen Intereſſe an dem, was ihre Umgebung in Natur und Kunſt Schönes bietet; und dann laſſen wir ſie, in beſchränktem Raume allerdings und ſo, daß ſie nie ſich unſerer Aufſicht und Fürſorge ganz entziehen können ihre Beſchäftigungen frei wählen.

Der Knabe muß gewagt werden, iſt wohl geſagt worden. Es iſt das ein kühner Ausſpruch; aber iſt er nicht wahr? Wenn man alle Schritte eines Knaben lenkt und regelt, damit er nie einen Fehltritt thue oder einen Irrweg betrete;z wenn man ihm jeden Augenblick vom Morgen bis an den Abend und die ganzen Jahre hindurch für be⸗ lehrende, nützliche, unterhaltende Beſchäftigung ſorgt und ihm das Denken und das Ueberlegen, was er jetzt anfangen ſolle, erſpart: ſo kann er wohl recht viel lernen und ſich frei von groben Verirrungen halten; aber wie ſoll er lernen, ſelbſt eine Entſcheidung zu treffen? Und das muß er doch auch einmal verſtehen. Wie wird es ihm gehen, wenn ihn als Jüngling das Leben auf einen Scheideweg ſtellt? Es will alles gelernt ſein, auch die Freiheit. Aber ſo wenig man ſchwimmen lernen kann, außer im Waſſer, ſo wenig