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der Naturwiſſenſchaft den Thieren im Gegenſatze gegen die Pflanzen zugeſchrieben wird, ihre beſtimmten Grenzen hat, ſo daß z. B. die Schwalbe nicht ſchwimmen, der Hund nicht einen hohen Baum erklettern kann und ſelbſt dem Fluge des Adlers die dünnere Luft der oberen Schichten Schranken ſetzt: ebenſo iſt es mit der Freiheit in Bezug auf die Be⸗ nutzung der Zeit. Aber ſowie die an den Stein angewachſene Auſter nach einer gewiſſen Willkür ihre eine Schale öffnen oder ſchließen kann, ebenſo kann der in natürlichen Verhält⸗ niſſen erwachſende Knabe auch innerhalb gewiſſer Grenzen mit Freiheit jene Entſcheidung treffen, von welcher oben die Rede war. Wollte man den Knaben, auch den größeren, hierin ganz feſte Vorſchriften geben und ſie niemals ſelbſt wählen laſſen, ſo würden ſie vielleicht zwar gute Arbeiter, gewiß aber unſelbſtändige Menſchen werden. Verſtändige Eltern gewöhnen ihre Kinder ſchon bei Zeiten an die Be⸗ handlung und Verwendung des Geldes, indem ſie ihnen einiges zur freien— allerdings von ihnen gewiſſenhaft über⸗ wachten— Verfügung geben. Warum wollte man ſie nicht auch an die freie Verwendung der Zeit gewöhnen?
Sollte übrigens die obige Erklärung des Wortes Frei⸗ zeit angefochten, und dagegen behauptet werden, man müſſe die für Schularbeiten erforderlichen Stunden abziehen: ſo hätten wir damit etwa die Erklärung von Freizei im engeren Sinne, als von einer ſolchen Zeit, in welcher die Knaben, inſofern nicht das Haus noch beſondere An⸗ ſprüche an ſie macht, ihren Liebhabereien nachgehen können. Daß eine ſolche Zeit jedem Menſchen und namentlich dem jugendlichen Menſchen nöthig ſei, wird niemand leugnen.
Nun behaupten, offenbar in der beſten Abſicht und nicht ohne ſich auf irgendwelche Erfahrungen zu ſtützen, manche Aerzte(Lorinſer in Preußen 1836, Schreber in Sachſen 1858,


