Aufsatz 
Über die Benutzung der Freizeit zur Anlegung und Pflege von Sammlungen
Entstehung
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Ueber die Benutzung der Freizeit zur Anlegung und Pflege von Sammlungen.

Daß in einer Schulſchrift ſolche Sammlungen gemeint ſind, die ſich die Jugend anlegt, mag als ſelbſtverſtändlich gelten. Ich will noch hinzuſetzen, daß ich ausſchließlich die männliche Jugend im Auge habe. Ebenſo verſteht es ſich von ſelbſt, daß die Meinung nicht die ſein kann, als ſolle die ganze freie Zeit auf die angegebene Weiſe verwendet werden, ſondern höchſtens ein Theil dieſer Zeit.

Auf die Frage, was unter freier Zeit verſtanden ſei, kann geantwortet werden: Jede ſolche Zeit, deren Benutzung oder Verwendung dem Menſchen nicht von außen geboten iſt. Dies iſt Freizeit im weiteren Sinne, und in die⸗ ſem Sinne gehören für Schüler hierzu auch diejenigen Stun⸗ den, in welchen den häuslichen Anſprüchen der Schule zu genügen iſt, inſofern nämlich der Knabe ſich fragen und ſelbſt die Entſcheidung darüber treffen kann, oh er jetzt oder ob er zu einer andern Zeit ſeine Schularbeiten fertigen wolle.

Daß das Wortfrei nicht ſo unbedingt zu nehmen iſt, und daß dabei nicht an jene Freiheit gedacht werden darf, die nach dem Ausſpruche des Dichtersnur in dem Reich der Träume iſt, braucht nicht erſt ausdrücklich geſagt zu werden. Ebenſo wie die Freiheit der Bewegung, die von

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