Aufsatz 
Aus der Geschichte der Selektenschule : der ältesten höheren Schule Frankfurts am Main / von Karl Breuer
Entstehung
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Schweren fierzens folgten wir dem Rufe der Pflicht:; denn trotz des nassen und kalten Wetters haben wir die Wegscheide sehr liebgewonnen. Trieb uns der Regen auch oft genug ins Heim zurück, so war der Gesundheitszustand unserer Gruppe sehr gut, sodaß wir ärztliche Hilfe nicht benötigten.

Besonders schön war Sonntags der Gottesdienst, der bei schönem Wetter im Walde gehalten wurde. Er war auch das einzige, das den Sonntag vom Werktag unterschied.

Der letzte Morgen war mit dem Packen unserer Sachen und dem Reinigen des Heimes ausgefüllt. Nach dem Mittagessen brachten wir unser Gepäck an die Wagen und marschierten dann in geordnetem Zuge nach Orb. Bald entführte uns der Zug aus diesem lieben Orte.

VII. Schulspeisung.

Durch die Städt. Schulkinders peisung erhalten alle Schüler, die es wün- schen, ein regelmäßiges Frühstück nach der 2. Unterrichtsstunde. Dasselbe besteht ab- wechselnd aus Kakao und Milch mit großen Brötchen sowie aus Suppe. Das Frühstück war stets vorzüglich zubereitet und findet großen Anklang bei den Schülern. Die Ein richtung wird von der Schule als eine durchaus segensreiche begrüßt und bleibt hoffentlich dauernd bestehen.

VIII. Gesundheitszustand der Schüler und schulärztliche Betreuung.

Schularzt unsrer Anstalt war Herr Sanitätsrat Dr. Rothschild; er besuchte regel- mäßig die Schule. Schüler, bei denen eine ärztliche Untersuchung notwendig war, wurden in seine eigens für Schulen eingerichtete Sprechstunde geschickt.

Der GCesundheitszustand der Schüler im laufenden Jahre war befrie- digend. Einzelne Schüler mußten infolge ernstlicher Erkrankungen(Thyphus, Blindarm- entzündung) längere Zeit dem Unterricht fernbleiben.

Für die Untersekundaner hielt Herr Dr. Rothschild am 27. März 1925 einen Vortrag: Wie erhalte ich Leib und Seele gesund?

Erfreulicherweise wurde auch mit reichem Erfolge die Zahn pflege unentgeltlich allen Schülern durch das Stadtgesundheitsamt zugänglich gemacht.

Eine Reihe von erholungsbedürftigen Schülern wurde durch das städt. Jugendamt sowie durch die Zentralefür private Fürsorge in Kinderheime und Solbäder geschickt.

i) Schulgeld, Zahl der Freistellen, Lehrmittelfreiheit.

Das Schulgeld ist, wie an den übrigen höheren Lehranstalten gestaffelt, monat- lich für Frankfurter 10 Mk., für das zweite Kind 8 Mk., für Auswärtige 12.50 Mk.

Im laufenden Schuljahr waren an Schüler der Schule 34 ganze und 3 halbe Freistel- len verliehen.

Dank der reichlicher fließenden Gelder aus öffentlichen Mitteln konnte die Schüler- hilfsbücherei, die Schülern die Schulbücher unentgeltlich zur Verfügung stellt, im ver- flossenen Schuljahr wesentlich ergänzt werden. sodaß ihr Bestand heute rund 1900 Bände aufweist. Infolgedessen konnten wir der weit verbreiteten wirtschaftlichen Not ziemlich Rechnung tragen. Einigen Schülern konnten auch die Hefte von der Schule geliefert werden.