Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte des Regensburger Reichstages vom Jahre 1541
Entstehung
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wiesen zusammen mit dem Pfalzgrafen Ottheinrich und den jülichschen Gesandten darauf hin, daß ihre Annahme nur zur Vermehrung der Uneinigkeit unter den Ständen beitragen würde. Unter diesen Umständen kam es an diesem Tage zu keiner Einigung im Fürstenrat, ohne Beschluß schied man von einander. Herzog Wilhelm ließ sich aber durch diesen Mißerfolg von einem zweiten Versuch nicht abschrecken. Am 1. Juli erschien er mit einem neuen Schriftstück im Fürstenrat, das zwar kürzer, dafür aber noch schärfer und erbitterter war. Ganz offen wurde hier nicht nur das Regensburger Buch verworfen, dessen Haupt- zweck es nur sei, den Kaiser vom Augsburger Abschied abzuwenden, es wurde überhaupt alle Schuld an der Zerrissenheit und Unsicherheit in Deutschland den Protestanten aufge- bürdet, die zwar immer nach Friede und Recht schrien, beides jedoch selbst nicht hielten und beachteten. Auch diesmal trat Herzog Wilhelm in einer heftigen Rede, die sich haupt- Sächlich wieder an die Geistlichen wandte, da ihr Besitz ja am meisten bedroht sei. für ihre Bewilligung ein; noch schärfer äußerte sich Herzog Heinrich von Braunschweig, der die Katholiken offen der Feigheit und Furcht vor den Protestanten beschuldigte, und diesmal erreichte der Baier, was er gewollt hatte. Zwar ließen es die Gegner, namentlich Ottheinrich und der Konstanzer Bischof, an heftigen Erwiderungen nicht fehlen, aber sie wurden über- stimmt, und die Schrift auf die Anregung des Bischofs von Salzburg noch am selben Tage den Kurfürsten übermittelt. Auch hier war ein Zwist über das Regensburger Buch ausgebrochen; hauptsächlich gingen die Ansichten darüber auseinander, ob die Entscheidung in der religiösen Frage einem allgemeinen Konzil, wie es vor allem Mainz in dem von ihm verlesenen Entwurf wünschte, oder einem Nationalkonzil vorbehalten sein sollte. Gelang es schließlich auch hier der Opposition, unter der Führung von Mainz und Trier, Karls Vor- lage zu Fall zu bringen, so bedeutete das doch noch keineswegs ein Eingehen auf die bairischen Wünsche. Vielmehr war man entschlossen, diese Schrift mit ihrer verhetzenden Porm durchaus abzulehnen. Schon zu Anfang der Verhandlungen zeigte sich dies bei einer rein formellen Frage. Gern hätte Herzog Wilhelm wie bei der ersten Schrift, so auch bei dieser es vermieden gesehen, daß sie abgeschrieben und so allgemein bekannt würde. Jedoch schon hierbei stieß er auf Widerstand bei den Kurfürsten. Vergebens erbot sich sein Gesandter. sie im Kurfürstenrat mehrmals verlesen zu lassen, die Kurfürsten bestanden darauf und setzten es auch durch, daß die Schrift abgeschrieben wurde; bei diesen Ver- handlungen hielt der Cölner auch noch ganz offen mit seiner Verwunderung über die Neuerung nicht zurück, daß ein Fürst oder Stand solch eine Schrift habe verfassen und im Namen der Fürsten habe übergeben lassen. Die folgenden Tage gingen die Verhandlungen zwischen den Kurfürsten und Fürsten noch hin und her. Die Kurfürsten lehnten die bairische Schrift durchaus ab und beharrten auf ihrem Beschluß, daß ihre Schrift zugleich im Namen der Fürsten dem Kaiser übergeben werde. Schließlich gaben die Fürsten nach; sie erklärten, sich nicht von den Kurfürsten trennen zu wollen, und baten nur noch in zwei Punkten um eine nähere Erklärung. Am 5. Juli wurde daher Karl nicht die bairische Schrift übermittelt, sondern es wurde ihm wesentlich im Sinne des Kurfürstenkollegs die Antwort erteilt. Hatte hiermit auch die gemäßigtere Partei einen Sieg über die extreme davon gctragen, so genügte doch auch deren Bescheid, um Karl klar zu zeigen, daß es mit seinem Toleranzprojekt jetzt endgültig vorbei sei, ein Grund mehr für ihn, sein Haupt- augenmerk jetzt wieder der Türkenfrage und der damit zusammenhängenden Zufrieden- stellung der Protestanten zuzuwenden.