Aufsatz 
Versuch einer populären Darstellung der Hauptlehren der mathematischen Geographie
Entstehung
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verhältnißmäßig geringen Mehrkoſten das ſechsklaſſige Gymnaſium herſtellen, welches für die Bevölkerung der Stadt und Umgegend in vielfacher Hinſicht unverkennbare Vortheile bot. Von dieſen Erwägungen geleitet und in der Erkenntniß, daß durch den Ausbau der Anſtalt die geiſtigen und materiellen Intereſſen der Bürgerſchaft die beſte Förderung gewinnen, hat der Gemeinderath in ſeiner Sitzung vom 16. Juli 1870 einſtinmig beſchloſſen, die Mehrausgaben, welche durch die Eröffnung der Prima entſtehen, auf die Communalkaſſe zu übernehmen. Das Kuratorium wandte ſich nunmehr an die vorgeſetzten hohen Behörden mit der Bitte, die Vervollſtändigung des Pro⸗ gynmaſiums zu genehmigen. Auf Befürworten des⸗ Königl. Provinzial⸗Schulkollegiums erklärte der Herr Miniſter unter dem 16. Auguſt 1870, daß dieſem Plane im Allgemeinen ein Hinderniß ſeinerſeits nicht im Wege ſtehe, verlangte jedoch vor definitiver Beſchlußfaſſung die Aufſtellung eines Etats für das zukünftige Gymnaſium, in welchem das Gehalt des Direktors und der Lehrer möglichſt nach dem Normal-⸗Etat der Gymnaſien IIt. Klaſſe zu bemeſſen ſei. Der Etat wurde vom Kuratorium entworfen, vom Gemeinderathe in allen Theilen geprüft und angenommen und am 23. Oktober 1870 dem Königl. Provinzial⸗Schulkollegium eingeſandt. Die weiteren Verhand⸗ lungen, die vorzugsweiſe zwiſchen der Königl. Regierung zu Wiesbaden und der Stadtgemeinde geführt wurden, bezogen ſich nur noch auf den Nachweis, daß die Stadt Montabaur die Koſten des Gymnaſiums auch wirklich zu tragen vermöge. Nachdem die ſtädtiſchen Behörden in einer Reihe ausführlicher Vorlagen gezeigt, daß die Finanzlage der Gemeinde die nöthigen Mehraus⸗ gaben geſtatte, hat die Königl. Regierung zu Wiesbaden dem Königl. Provinzial⸗Schulkollegium reſp. dem Miniſterium ihr Gutachten dahin abgegeben, ſie ſehe nach genauer Prüfung der einge⸗ reichten Aktenſtücke den Beweis für erbracht an, daß der durch die Umwandlung des Progymna⸗ ſiums in ein vollſtändiges Gymnaſium ſich ergebende Mehrbetrag der Schulausgaben ohne Ueber⸗ bürdung der Gemeindebürger gedeckt werden könne. Endlich erfolgte die froh begrüßte Entſcheidung des Herrn Miniſters, indem durch Min. Verf. vom 11. März c.(V. 3663) die Errichtung der Prima zu Oſtern d. J. genehmigt und der vorgeſchlagene Etat des Gymnaſiums gebilligt wurde.

Die Wiederherſtellung des alten Gymnasium Montaborinum legt allerdings der Gemein⸗ dekaſſe nicht unbedeutende Verpflichtungen auf; ſie nimmt ihre Kräfte in Anſpruch,allein ſie über⸗ ſteigt dieſelben nicht. Das Lehrerkollegium weiß die auf die Hebung der Bildung und des Wohl⸗ ſtandes unſerer Bürgerſchaft gerichteten Beſtrebungen der ſtädtiſchen Behörden vollkommen zu wür⸗ digen; es wird ſeinerſeits alle Kraft einſetzen, um den gehegten Erwartungen zu entſprechen und die Hoffnungen zu verwirklichen, die ſich an die erweiterte Anſtalt knüpfen. Kuratorium und Ge⸗ meinderath aber mögen auch in Zukunft uns treu und wacker zur Seite ſtehen!

Eine Veränderung im Lehrerkollegium erfolgte mit dem Beginne des abgelaufenen Schuljahres dadurch, daß der Religionslehrer Abt ausſchied, um die Leitung einer neu zu grün⸗ denden Rektoratſchule in Oberlahnſtein zu übernehmen. An deſſen Stelle wählte das Kuratorium den Kaplan Anton Eyſert als vorläufig proviſoriſch anzuſtellenden Religionslehrer. Ueber ſein

Leben mag folgende Mittheilung Auskunft geben: Auton Eyſert, geb. den 21. Dezember 1844 zu Frankfurt a. M., beſuchte die

dortige katholiſche Elementarſchule, darauf 2 ½ Jahre die Selektenſchule daſelbſt, trat Oſtern 1862