Aufsatz 
Versuch einer populären Darstellung der Hauptlehren der mathematischen Geographie
Entstehung
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in die Tertia des Gymnaſiums zu Frankfurt und erlangte Oſtern 1865 das Zeugniß der Reife am Gymnaſium zu Wiesbaden. Er ſtudirte 2 Jahre in Mainz und 1 Jahr an der Univerſität Würzburg Philoſophie und Theologie, wurde Oſtern 1868 in das Prieſterſeminar zu Limburg aufgenommen und am 29. Auguſt 1868 daſelbſt zum Prieſter geweiht. Im September 1868 als Kaplan in Montabaur angeſtellt, wirkte er in dieſer Eigenſchaft, von Neujahr 1869 ab zugleich als Repetent im biſchöflichen Konvikt beſchäftigt, bis er Oſtern 1870 vom Kuratorium zum Reli⸗ gionslehrer am Progymnaſium erwählt wurde.

Der wiſſenſchaftliche Hülfslehrer Dr. Wahle iſt auf den Antrag des Kuratoriums durch Verfügung des Königl. Provinzial⸗Schulkollegiums a. d. 7. Juni v. J. als ordentlicher Lehrer angeſtellt und am 20. Juli v. J. vom Unterzeichneten vereidigt worden.

In Bezug auf die kirchliche Ordnung iſt keine Veränderung getroffen. Die kath. Schüler wurden jeden Morgen, im Sommer um 6 ½, im Winter um 7 ½ Uhr von den Lehrern zur Kirche geführt. Sonntags fand um 7 ¾ Uhr in der Pfarrkirche ein beſonderer Gottesdienſt für das Progymnaſium ſtatt, in welchem der Religionslehrer der Anſtalt eine geeignete Anſprache hielt. Alle 6 bis 8 Wochen gingen die Schüler, in der Regel von einigen Lehrern begleitet, zu den h. Sakramenten. Die gemeinſchaftliche öſterliche h. Kommunion, an welcher ſämmtliche Lehrer und kath. Zöglinge Theil nahmen, wurde in dieſem Jahre am 26. Februar gefeiert.

Der Geſundheitszuſtand der Lehrer und Schüler des Progymnaſiums war im ver⸗ gangenen Schuljahre im Ganzen ein recht befriedigender. Doch verloren wir durch den Tod einen braven und fleißigen Schüler, den Obertertianer Heinrich Fabricius aus Flörsheim, der im Okto⸗ ber vor. J. im elterlichen Hauſe an der Auszehrung verſchied. Lehrer und Schüler wohnten am 2. Novemher vor. J. dem in der hieſigen Pfarrkirche für die Seelenruhe des Verſtorbenen dar⸗ gebrachten h. Meßopfer bei. R. i. p.

Turnunterricht iſt bisher an der Anſtalt nur im Sommer ertheilt worden, weil es an einem geeigneten Lokale für die Uebungen im Winter fehlte. Später hoffen wir die geräumige Halle des neu erbauten Rathhauſes für dieſen Zweck benutzen zu können. Eine größere Turnfahrt unternahmen ſämmtliche Klaſſen mit ihren Lehrern am Mittwoch den 6. Juli vorigen Jahres. Am Tage der berüchtigten Grammont'ſchen Erklärung brachen wir früh Morgens von hier auf und marſchirten nach Ems, wo wir gegen 8 Uhr anlangten. Da die Knaben den Wunſch hegten, Seiner Majeſtät, der ſich zur Kur in Ems aufhielt, einen kleinen Beweis der Liebe und Treue zu geben, von der ſie gegen ihren allergnädigſten Landesherrn erfüllt ſeien, ſo zogen die Kolonnen in ſtraffer ſoldatiſcher Haltung unter Trommelſchlag und mit fliegenden Fahnen vor das Kurhaus und brachten nach verſchiedenen militäriſchen Bewegungen Seiner Majeſtät ein dreimaliges begeiſtertes Hoch. Der König ſtand am Fenſter ſeines Wohn⸗ zimmers und ſchaute mit freundlicher und wohlwollender Miene auf die Jugend herab. Durch den Flügeladjutanten Herrn Grafen v. Lehndorf ließ Se. Majeſtät, welchen Unwohlſein an's Zimmer feſſelte, den allerhöchſten Dank für die Begrüßung uns ausſprechen und verſichern, daß er von der präciſen Ausführung der Operationen und der ganzeu Haltung unſerer Zöglinge höchſt angenehm überraſcht worden ſei. Zwei Tage ſpäter wiederholte Hochderſelbe in einem eigenhändigen