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ereigniſſen entlehnten ſ. I 15] Stoffe nicht ſowohl nach hiſtoriſcher Treue ſtrebten, ſondern vor allem ergötzliche Zurechtweiſungen liefern wollten d. h. die Wahrheit dem komiſchen Effekte opferten.*)
Nimmt man hierzu noch das von demfelben Excerptor(III 13) hervorgehobene phantaſtiſche Element der alten Komödie, den poetiſchen Schwung und die Genialität der Auffaſſungs⸗ weiſe, ferner den Gebrauch der Portraitmasken(Exc. I 19) und endlich die Rückſichtsloſigkeit der rohen Späſſe, ſo hat man ſo ziemlich Alles, was ſich aus dieſen Quellen zur Kennzeichnung des Unterſchiedes zw iſchen der alten und der jüngeren Komödiengattung herausleſen läßt. Es
**) Dieſe Stelle iſt die einzige, in welcher man ein Zeugniß für das angebliche Privilegium entdeckt haben wollte. Sie lautet(III. 3): oi uer 00» rijs doralas zwuνdtaᷣe ousrat odr odεαενν ν ⁵υον, d2 na⁴detas umαouν εννμνέοοι εν‿ rG dyras ππαεοναν. Fielitz de Attic. com. bipart. diss. Bonn 1866 p. 65 gibt, indem er gleich Nesemann de epis. Arist. p. 36 für xadetas— n⁴1⁶⁴ι⁶ας leſen will, die Erläuterung:„veteres comici non- propria quaeque vere dici possunt argumenta ha- bent, sed operam impendunt iocorum atque facetiarum velocitati et acumini.“ Allein dieſe Auffaſ⸗ ſung, augenſcheinlich ein Ausfluß des Privilegiumsglaubens, iſt ohne alle Berechtigung. Ob der Gramma⸗ tiker 2ietas oder 74106s geſchrieben hat, bleibt für unſere Frage ziemlich gleichgültig. Letzteres wäre, wenn im Sinne der ariſtoteliſchen Theorie gefaßt, ganz annehmbar, für erſteres läßt ſich eine Reihe von Zeug⸗ niſſen anführen, aus denen ſich ergibt, daß das Weſen der alten Komödie ganz allgemein in die„Zurecht⸗ weiſung“ gelegt zu werden pflegte(vergl. Ed. Müller Geſch. d. Theorie II. S. 425), daß ſie als 2οσπτι Jyuoota gefürchtet war und daß die Dichter derſelben ſich auf ihr Recht der öffentlichen Cenſur nichtswenig zu Gute thaten. Dagegen laſſen die Worte dnodeoeus 42„o nur eine Auslegung zu: wahrheitsgetreuer Stoff. Es wird dies von dem Grammatiker hervorgehoben, weil es für den Gegenſatz zwiſchen der kunſt⸗ mäßigen Komödie und der jambiſtiſchen Dichtung, aus welcher jene hervorgewachſen und welche in dem ex⸗ cerpirten Original wohl ausführlicher beſprochen war, bezeichnend iſt. Vergl. Exc. VIII. 2 ff. 16. IV. 1 f. IX. 2 f. XIII. 7f.[V. 4 zal vae—— 2 ⁴tas iſt werthloſe ſpätere Zufügung] und die oben S. 33 ff. be⸗ handelten Stellen des Ariſtoteles. Auch im Gegenſatz zu der Tragödie könnte der Grammatiker allenfalls die Bezeichnung 4479. 5209. gewählt haben, vergl. VIII. 13 und den Byzantiner Euanthius de co- moedia(bei Gronov. thes. ant. gr. VIII. p. 1686. vrgl. auch Teuffel röm. Litt. 381, 7): Inter tragoediam autem et eomoediam cum multa, tum inprimis hoc distat: quocd—— postremo quod omnis co- moedia de fictis est argumentis: tragoedia saepe ab historica fide petitur. Die Berufung auf eine andere Bemerkung des Euanthius(p. 1684): Comoedia fere vetus, ut ipsa quoque olim tragoedia, sim- plex carmen(quemadmodum jam diximus) fuit:(quod chorus circa aras fumantes nunc spatiatus, nunc consistens, nunc revolvens gyros, cum tibicine concinebat. Sed primo una persona substituta est cantoribus, quae respondens alternis choro, locupletavit variavitque rem musicam, tum altera etc.) quae tamen in ipsis ortus sui velut quibusdam incunabulis, et vixdum incipiens, 2uedte Sreurios zar doxata dicts est: dexzata idcirco quia est de nobis parum cognitis vitiis 1!], 2redwios autem, quia inest in ea velut historica fides verae narrationis et denominatio omnium, de quibus libere describebatur. Etenim per priscos poetas nom ut nunec penitus ficta argumenta, sed res gestae a civibus palam cum eorum saepe qui gesserant. nomine decantabantur etc. dürfte ſchwerlich berechtigen zu der Verdächtigung der Definition des griechiſchen Grammatikers(III. 3), ſie ſei prorsus singularis atque perversa(F.) Denn die Erläuterungen, welche Euanthius den Ausdrücken der alten Kunſtlehre bei⸗ gefügt hat, wird kein Kritiker für beachtenswerth halten, der ſich aus der ganzen Darſtellung dieſes Gram⸗ matikers ein Urtheil über ihn gebildet hat. Zudem ſcheint die Bezeichnung 2. er⸗⁄o0s ſich ſonſt nicht mehr nachweiſen zu laſſen.


