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Auch iſt ja im Allgemeinen feſtzuhalten, daß bei der unſicheren Beſchaffenheit dieſer Ex⸗ cerpte eine vereinzelte Angabe, welche wohl gar anderen Zeugniſſen auffällig widerſpricht, immer⸗ hin verdächtig erſcheinen muß, während dagegen die aus wiederholten Angaben oder aus größeren zuſammenhängenden Partien als durchgehende Grundanſchauungen der Excerptoren ſich ergeben⸗ den Gedanken in der Regel die höchſte Beachtung verdienen. Ein ſolcher Fall liegt uns aber in dem Abſchnitt§. 14— 16 unzweifelhaft vor.
Derſelbe enthält*) nämlich eine Vergleichung zwiſchen der alten und der neuen Komödie. Hier mußte, ſoviel iſt Jedermann einleuchtend, das fragliche Privilegium der alten Komödie erwähnt werden, wenn anders es von den Alten überhaupt betont worden war. Allein nicht eine Silbe deutet auf etwas derartiges hin. In klarer und beſtimmter Form, die hin und wieder an ariſtoteliſchen Schematismus, an ariſtoteliſche Terminologie erinnert, werden fünf Un⸗ terſcheidungspunkte der beiden Komödienſtufen erörtert: die Zeit der Blüthe, die Sprache, der Stoff, das Versmaß und die Anlage oder Geſtaltung der Fabel⸗ A)
Aber Alles, was der Excerptor in Bezug auf den zuletzt erwähnten Punkt anzugeben wußte, beſchränkt ſich auf den einen Umſtand, daß die neue Komödie der Chorgeſänge entbehrte, welche in der alten gebräuchlich waren. Und man glaube nicht etwa durch den Vorwurf der Ober⸗ flächlichkeit und Willkür an dieſer Stelle das Anſehen des Excerptors erſchüttern zu können. Denn ſeine Ausſage ſteht vollſtändig in Einklang mit einem andern Excerpt(I bei Bergk, aus einer Schrift des Platonios über den Unterſchied der Komödiengattungen). Daſſelbe handelt gleichfalls von der Verſchiedenheit der alten und der mittleren Komödie, ja es hat dieſe Frage recht eigentlich zum Thema einer weitläufigen Erörterung gewählt.
Und was iſt der Kern der ganzen Auseinanderſetzung(I 15. 16. 17)2 Man höre nur: Die alte Komödie unterſchied ſich von der mittleren 1. durch den Gebrauch der Chorgeſänge, insbeſondere der Parabaſis, 2. durch ihre Stoffe, in denen in der Regel der politiſche Charakter dieſes Luſtſpiels ausgeprägt war, d. h. ſeine Tendenz, die Schäden der Staatsverwaltung und die für das Gemeinwohl nachtheiligen Ausſchreitungen und Anmaßungen der einzelnen Bürger offen und rückſichtslos dem Gelächter der Menge preißzugeben, während die mittlere Komödie nur verhüllte Anſpielungen auf bekannte Perſönlichkeiten machte, ihre Stoffe mit großer Mühe anders woher entlehnte und der Chorgeſänge gärzlich entbehrte.
Auch der Verfaſſer des wichtigen III. Excerptes, das am eingehendſten von den Dichtern der drei Perioden der griechiſchen Komödie handelt, weiß als characteriſtiſches Moment der alten Komödie nur das hervorzuheben, daß damals die Dichter bei der Geſtaltung ihrer[den Tages⸗
*) Er ſtimmt faſt wörtlich überein mit Exc. V. Falls ſich aber feſtſtellen ließe, daß dieſes abgeriſſene Fragment älter als das VIII. Exc. und von dem Verfaſſer des letzteren ſeinem Elaborate einfach einverleibt worden ſei, ſo würde das Gewicht dieſer Angaben noch erheblich geſteigert werden.
*) Daß hier R¹œαeτηeun dieſe Bedeutung habe, läßt ſich durch Dion Chrys. or. 52 p. 272 R. rechtferti⸗ gen. S. Meineke h. cr. p. 52.—


