Durch jene Feldzüge der Römer wurde das Innere Deutſchlands bekannter, — ja, der nordweſtliche Theil unſeres Vaterlandes ward ſogar von den Römern unterworfen, d. h. für eine römiſche Provinz angeſehen*). Doch ſchnell verlor ſich auch dieſe Kenntniß von dem inneren Germanien wieder nach der Niederlage des Varus“*¹); denn nicht nur die Legionen wurden vernichtet, und die Eroberungen der Kaiſerſöhne dieſſeits des Rheins gingen verloren; ſondern nur an dieſem Strome, ſo wie an der Donau blieben römiſche Burgen und Städte. Jahrhunderte gehen noch vorüber, ohne daß ſich die Kenntniß von Deutſchlands Innerem erweitert und klarer geſtaltet. Erſt die große Völkerwanderung bietet die Gelegenheit wieder dar, germaniſche Nationen zu ſehen und kennen zu lernen: aber dieſe Zeit und Gelegenheit enteilet gar bald; Niemand trägt fürder Sorge und Luſt, fremde Länder und Völker und Sitten kennen zu lernen; denn die ſiegenden Barbaren vernichteten gar bald den noch geringen Reſt römiſcher Kultur.
Die Nachrichten des Jul. Cäſar über den hercyniſchen Wald fanden bereits oben ihre Stelle. Wir gehen daher zu den Geographen und Geſchichtſchreibern der ſpäteren Periode über, bei denen ſich hin und wieder Notizen hinſichtlich der Lage und Beſchaffenheit des genannten Waldes finden. Dieſe Quellen fließen freilich äußerſt ſparſam; Wiederſprüche kommen in nicht geringer Zahl zum Vorſcheine, und wir werden aus dieſem Allen die Ueberzeugung gewinnen, daß der Name dieſes Bergwaldes von den griechiſchen und römiſchen Schriftſtellern nicht einer und der⸗ ſelben, ſondern verſchiedenen Bergketten Germaniens beigelegt worden iſt.
Diodor von Sieilien, der unter Auguſt's Regierung ſeine Univerſalge⸗ ſchichte oder Bibliothek der Geſchichte ſchrieb, gibt über die Lage des herecyniſchen Waldes folgenden, etwas auffallenden Bericht:„Gegenüber dem am Weltmeere gelegenen Theile von Gallien, ſagt er“), gerade den hercyniſchen Wäldern
duum adpellans, proeliorum expertem, Hercyniae latebris defensum, ac mox per dona et legationes petrvisse foedus.
45) Vellejus Pat. II, 97. Moles deinde ejus belli translata in Tib. Neronem est, quod is sua et virtute et fortuna administravit, peragratusque victor omnes partes Germaniae, sine ullo detrimento commissi exercitus sic perdomuit eam, ut in formam paene stipen- diariae redigeret provinciae.— Florus, IV, 12. Ea denique in Germania pax erat, ut mutati homines, alia terra, coelum ipsum mitius molliusque solito videretur.
46) Daß ſu den Zeiten des Tacitus(100 n. Chr.) die Kenntniß des inneren Germaniens ſchon ſehr abgenommen hatte, beweiſ't wohl ſonder allen Zweifel folgende Stelle in der Germania, 41.— In Hermunduris Albis oritur, flumen inclitum et notum olim; nunc tantum auditur..
*..*» 3„ 47) Diodor. Sicul. V. 21. Kœzxd„Gαν ν œάτσα ν αοωzτʒ⅛n᷑vtrby —„ 2— 1 4 rœντιιν ‿ Hννννιυ noH⁶νυπνμ⁵αέε ερμάε̈ναν ϑοιμμν, ode ylooue ddο- 1—*. 7 TIeεν πιαοεααςαμαρμαmν εν ναντα τmη ELε½υνπνν α.. 1.


