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Dieſen Weg nahm Druſus. Er ging auf die Chatten, dann auf die Sueven los, wendete ſich darauf zur linken Seite und zog gegen die Cherusker; indem er zwiſchen dem Rhein und der Saale bis zur Elbe vordrang**). Werfen wir einen Blick auf die Charte! Druſus zog aus von ſeinen Linien bei Mainz und zwar zunächſt nach dem waldbedeckten Speſſart, wendete ſich ſodann nach dem Donau⸗ thale zu den Sueven und von dieſen nach der entgegengeſetzten Seite gegen die Cherusker, ziehend an dem Fichtelgebirge und dem Thüringer Walde hinauf. Nun ging der Zug, wahrſcheinlich unſern jetzigen Harz zur linken Seite laſſend, nach der Saale hin, längs welcher er dann bis zur Elbe gelangte*). Auf dieſem Zuge berührte Druſus denn auch, wenigſtens die Grenzen des hereyniſchen Waldes, und daher durfte ein römiſcher Geſchichtſchreiber einigermaßen die Behaup⸗ tung aufſtellen, jener habe damals das hercyniſche Waldgebirge, das pfadloſe und gefürchtete, zugänglich gemacht“). Der Marſch eines Heeres über das Fichtelge⸗ birge und den Thüringer Wald iſt noch heute zu Tage mit Beſchwerlichkeiten jeder Art verbunden— um wie viel mehr in jenen fernen Zeiten, wo unſer Vaterland, im Ganzen genommen, entweder voll grauſer Waldungen war, oder voll ſcheußli⸗ cher Sümpfe*²). Und wo haben wir nun den hereyniſchen Wald zu ſuchen? Ich denke, die oben angegebenen Bergketten bilden bei Florus denſelben⸗), und da er in Germanien einmal der größte Wald ſein ſoll; ſo ſcheint man auch den jetzigen Harz noch dazu gerechnet zu haben. Selbſt neuere Geſchichtſchreiber glauben, in dieſem Gebirge unſeren Rieſenwald zu finden). Auch der Retter deutſcher Freiheit, Hermann oder Arminius ermuntert bei dem Treffen, das der Cherusker⸗Bund gegen Marbod liefert, ſeine Krieger damit, daß ſi ſie bei ihrer etwaigen Flucht durch den hercyniſchen Wald gedeckt ſeien**).
38) Strabo, VII.§. 3. Eore de ½ας rιόα, 00 deras œ* 1⁷
Pyvoν T10A10ν, Gκισ Qισ⁷οοςσος dreεενπυσέν 6 T2ι⁴όσνπ—ς.
39) Barth, I.§. 345, beſonders Anmerk. 4.— Luden, I. S. 190 u. ff.
40) Florus, IV, 12. Invisum atque inaccessum in id tempus Hercynium saltum patefecit. 4.
41) Taciti Germ. 5. Terra etsi aliquanto specie differt, in universum tamen aut silvis
horrida aut Bladhdus foeda.
42) Luden, I. 191.„Dieſer hercyniſche Wald wurde freilich von den Römern überall geucht⸗ und Sakon kann Niemand ſagen, wo Druſus ihn gefunden habe. Nach der
tichtung aber, die er nahm, iſt die Vermuthung wohl erlaubt, daß er durch den Thü⸗ ringer Wald gedrungen ſei.“
43) Schmidt, M. J., Geſchichte der Deutſchen. Frankenthal, I. B., S. 5.„Mit was für ungebeuerei Wäldern Deutſchland müſſe angefüllt geweſen ſein, kann man ſchon daher zur Genüge abnehmen, daß Caſar dem Harzwalde(silva Hereynia) allein eine
. Länge von 60 und eine Breite von 9 Tagreiſen beilegt.“
44) Taciti Annal. II, 45. At tunc Arminius—— ostentabat: contra fugacem Marobo-


