Aufsatz 
Der hercynische Wald der Alten / [von Joseph Braun, Rector]
Entstehung
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unbekannte Regionen verlieren; ſo ſtimmt, nach unſerm Dafürhalten, eine ſolche Annahme mit Cäſar's Bericht keineswegs überein).

Cäſar kannte alſo von dem Innern unſeres großen Vaterlandes Nichts oder doch äußerſt, Wenig; aber bekannter nach allen Richtungen hin wurde daſſelbe den Römern beſonders während der Zeit, wo Auguſtus auf dem neu errichteten Kaiſer⸗ throne ſaß und über drei Erdtheile ausſtreckte ſeinen mächtigen Scepter. Seine zwei Stiefſöhne, Druſus und Tiberius, thaten nämlich wiederholte Einfälle in das Innere Germaniens. Jener bewegte ſich namentlich auf ſeinem letzten Heereszuge von Mogontiacum(Mainz) aus mit ſeinen Legionen in der Richtung, nach welcher jetzt die große Heerſtraße über Hanau, Fulda und Eiſenach zieht, und gelangte auf dieſem Zuge bis zur Elbe*). Dieſer aber überſchritt zwiſchen der Mündung der Moſel und dem Meere den Rhein und drang ſodann durch dieſe nördlichen Gegenden ebenfalls vor bis zur Elbe*¹). Auch C. Domitius Aeno⸗ barbus erreichte dieſen Strom; ja, er ſetzte ſogar über denſelben*). Beſiegt waren die Alpenvölker im Süden der Donau, und die Markomannen, die ſich im weiten Thale der oberen Donau nicht mehr ſicher glaubten vor der Alles verſchlingenden Macht der Römer, verließen dieſe Gegenden und wanderten über den hereyniſchen Wald nach Bojohoemum(Böhmen), wo ihr Anführer Marbod ein mächtiges Reich gründete). In dieſem von einem Gebirgswalle umgebenen Lande wollte ihn Tiberius von Noricum aus angreifen; Sentius Saturninus aber ſollte ſich vom Lande der Chatten her einen Weg durch den hereyniſchen Wald in das Land der Markomannen bahnen**). Alle dieſe kriegeriſchen Entwürfe aber wurden durch einen Aufſtand der früher unterworfenen Alpenpölker vereitelt.

30) Mannert, III, S. 410 u. ff.

31) Eutropius, VII, 5. Germanorum ingentes copias cecidit; ipsos quoque trans Albim fluvium submovit, qui in barbarico longe ultra Rhenum est. Hoc tamen belluam per

Drusum, privignum suum, administravit(sc. Augustu s.)

32) Ueber die Feldzüge des Druſus und Tiberius gegen die Germanen vergl. Barth, I, §. 338 u. ff. Luden, I, S. 183. u. ff..

33) Taciti annal. IV, 44. Post exercitu flumen Albim transcendit, longius penetrata Germania, quam quisquam priorum; easque ob res insignia triumphi adeptus est.

34) Vellejus Paterc. I, 108. Nihil erat jam in Germania, quod vinci posset, praeter gentem Marcomannorum; quae Maroboduo duce excita sedibus suis atque in

inferiora refugiens, incinctos Hercyniae silvae campos incolebat. Occupatis igitur, quos praediximus, locis, finitimos omnes aut bello domuit, aut conditionibus juris sui fecit.

35) Vellej. Paterc. II, 109. Hanc virum et hanc regionem proximo anno diversis e partibus Tiberius Caesar aggredi statuit. Sentio Saturnino mandatum, ut per Chatlos, excisis continentibus Terc yniae silvis, legiones Boiohoemum(id regioni, duam incolebat Maroboduus, nomen est) duceret: ibse a Carnunto, qui locus Norici