Aufsatz 
Der hercynische Wald der Alten / [von Joseph Braun, Rector]
Entstehung
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an der Gebietsgrenze der Helvetier, alſo mit den Tyroler Alpen), zog ſich in den jetzigen Salzburger und ſteieriſchen Alpen und dem Wiener Walde(dem Kah⸗ lenberge mons Cetius) bis zur Donau und bog dann links von dem Strome ab in den kleinen Karpathen, an welche ſich das große karpathiſche Waldgebirge und die transſylvaniſchen Alpen ſchließen, ſich erſtreckend bis zu den fernen Ebenen der Wallachei und Moldau. Die Helvetier wohnten in der Schweiz; in dem beutigen Steiermark und im Norden deſſelben bis zur Donau waren die Wohn⸗ ſitz der Noriker); Cäſar aber war von Italien aus nur bis zu den karniſchen und juliſchen Alpen gekommen*). Dieſe letztgenannte Bergkette erhielt auch von ihm ihren jetzigen Namen), um ſo auch in dieſen Gegenden ſein Andenken auf die Nachwelt zu bringen. Die Alpen erheben ſich an den Quellen des Rheins); der Danubius Cäſar's iſt aller Wahrſcheinlichkeit nach der Inn. Dieſe Gegenden waren den Römern zu Cäſar's Zeiten noch wenig bekannt; denn die Völker, welche das heutige Tyrol, das Salzburgiſche und Steiermark(Rhätier, Vindelicier, Noriker u. a.) bewohnten, wurden erſt unter der Regierung des Auguſtus dem römiſchen Scepter unterworfen. Dieſes geſchah im 15. Jahre vor Chriſtus). Jenen weiter nach Norden gelegenen baceniſchen Wald(Bacenis silva) haben wir dann, nämlich unter der obigen Vorausſetzung, in unſerem Fichtelgebirge, Thüringer Walde u. a. zu ſuchen; denn er bildete ja zwiſchen Cheruskern und Sueven eine natürliche Scheidewand.

Daß wir den hercyniſchen Bergwald im Süden der Donau ſuchen, wöchte von Manchen mißbilligt und, als der ſeitherigen Anſicht entgegen, zurückgewieſen werden. Allein die Bodensbeſchaffenheit dieſes ſüdlichen Theiles von Deutſchland ſcheint eben ſo ſehr, wie Cäſar's kurze Beſchreibung des Gebirgszuges auf dieſe Alpen⸗ und die weiter nach Nordoſten gelegenen Gegenden hinzudeuten. Sollen aber die vom Schwarzwalde und der rauhen Alp aus ſich nach Norden über den Main ziehenden fränkiſchen Höhenzüge und dann weiter nach Morgen das Fichtelgebirge, die Böhmen von allen Seiten umſchließenden Bergketten und die Gebirge Ober⸗ Ungarns den hercyniſchen Wald bilden, und dieſer ſich von hier nach Nordoſten in

24) Auch ſchon de Cilano(Livius, V. pag. 187) bemerkt, daß Hercynii saltus nicht der deutſche Harzwald ſeien, ſondern in Graubündten in den Alpibus Rhaeticis geſucht Herpen müſſen. Vergl. Henning's, v., die Deutſchen in der früheſten Vorzeit,

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25) Barth, Il.§. 465. Mannert, III, S. 544.

26) Barth, I.§. 266..

27) Linhart, A., Geſchichte von Krain, I. Bd. S. 54.

28) Caesar. de bello Gall. IV, 10.:

29) Luden, H., Geſchichte des deutſchen Volkes. I. Bd. S. 173.