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Lage und Größe des hercyniſchen Waldes bis zu den Zeiten Julius Cäſar's, der, eben ſo ausgezeichnet als Feldherr, wie als Geſchichtſchreiber, nicht allein das jenſeitige Gallien eroberte und mit ſeinen Legionen bis zum Rhein vordrang, ſondern auch ſogar zweimal über dieſen Strom ſetzte**) und in das eigentliche Germanien eindrang. Im Weſten grenzte Germanien(Germania magna s. barbara) an Gal⸗ lien, und der Rhein bildete auf dieſer Seite die Grenze. Die Volsker, eine Horde der Tektoſagen, haben, ſo erzählt Cäſar weiter**), Germaniens frucht⸗ barſte Landſtriche um den hercyniſchen Wald inne. Wenn Jemand, der gut zu Fuß iſt, dieſen Wald in der Quere durchlaufen will, ſo braucht er neun Tage. Anders weiß man ſeine Größe nicht zu beſtimmen; denn von Meilen wiſſen die Germanen Nichts. Er beginnt an den Grenzen der Helvetier, Nemeter und Rau⸗ raker und erſtreckt ſich längs der Donau bis zu der Dacier und Anartier Lande. Von da zieht er ſich links vom Strome hinweg und berührt ſeiner Größe wegen noch die Länder vieler Völker. Es findet ſich Niemand in dieſen Theilen Germa⸗ niens, der ſich rühmen könne, bis an das Ende dieſes Waldes gekommen zu ſein, und wenn er auch ſechzig Tage lang ununterbrochen fortgewandert wäre, oder der vernommen habe, wo dieſer Wald ſich endige).— Weiter nach Norden findet ſich jedoch ein zweiter ungeheurer Wald, der baceniſche, der ſich tief hinein in das Innere Germaniens erſtreckt und, gleichſam als eine natürliche Scheidewand, die Cherusker und Sueven gegen wechſelſeitige Einfälle und Beeinträchtigungen ſchützt).
Vergleichen wir dieſe, freilich äußerſt magere Beſchreibung des hercyniſchen Waldes mit den Gebirgszügen Deutſchlands im Süden der Donau, mit dieſem deutſchen Hochlande, geſchaffen im Style der kräftigen Odez ſo dürfte wohl bei Manchem der Gedanken ſich einſtellen, daß jener Rieſenwald in dieſen Alpen⸗ regionen zu ſuchen und einſt zu finden geweſen ſei. Hier nämlich begann derſelbe
20) Caesar. de bello Gall. IV, 18. et VI, 9.
21) Vergl. die Anmerk. 17.
22) Caesar. de bello Gall. VI, 25. Hujus Hercyniae silvae, quae supra demon- strata est, latitudo novem dierum iter expedito patet; non enim aliter finiri potest, neque mensuras itinerum noverunt. Oritur ab Helvetiorum et Nemetum et Rauraco- rum finibus, rectaque fluminis Danubii regione pertinet ad ſines Dacorum et Anar- tium. Hinc se flectit sinistrorsus, diversis ab flumine regionibus, multarumque gentium fines propter magnitudinem attingit. Neque quisquam est hujus Germaniae, qui se aut adisse ad initium hujus silvae diceret, quum dierum iter LX processerit, aut, quo ex loco oriatur, acceperit.
23) Caesar. de bello Gall. VI, 10. Silvam esse ibi(sc. in extremis Suevorum finibus) infinita magnitudine, quae appellatur Bacenis; hanc longe introrsus pertinere et, pro nativo muro objectam, Cheruscos ab Suevis, Suevosque ab Cheruscis injuriis incursionibusque prohibere.
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