Aufsatz 
Der hercynische Wald der Alten / [von Joseph Braun, Rector]
Entstehung
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politiſche Beziehungen fanden noch weniger Statt unter den Völkern unſeres Erd⸗ theils. Daher kann und muß es nur aus einem religiöſen Beweggrunde erklärt werden, daß von den Hyperboreern) Geſandte nach Delos, dieſer durch ihren Gottesdienſt berühmten und durch Handel wichtigen Inſel) kamen, um dem Gotte (Apollo) Geſchenke und Opfer zu bringen. Die Hyperboreer aber wohnten weithin gegen Mitternacht da, wo der Iſter(die Donau) ſeine Quellen hat). Religiöſes Bedürfniß mag auch wohl den Zamolxis, einen Skythen von dem Volke der Geten, veranlaßt haben, ein Sklave und Schüler des Pythagoras zu werden, um die von ſeinem Lehrer überkommenen Religionskenntniſſe in ſeinem Vaterlande weiter zu verbreiten*). Aegyptiſche und phöniziſche Kultur fand in ſpäteren Zeiten bei den Griechen immer mehr Aufnahme und ſonderte dieſes Volk ab von den übrigen europäiſchen Völkern. Allein ſtand daſſelbe da in ſeinem winzigen Stolze und nannte alle andere Völker der Erde Barbaren. So erloſchen die früheren religiöſen Ver⸗ bindungen mit den kräftigen Nationen des Nordens, und nur als Sagen lebten ſolche fort in der Erinnerung.

Jene Geſandten der Hyperboreer haben bei den Griechen vielleicht den erſten Grund zu einiger Kenntniß der Wohnſitze ihres Volkes und ſomit auch des großen hercyniſchen Waldes gelegt. Die Griechen verehrten nämlich eine Nymphe, Namens Hercynna(Hercyna, Ercyna und Ercina); dieſe hatte unter anderm zu Lebadia in Böotien, und zwar gemeinſchaftlich mit dem Jupiter, einen Tempel ¹¹). Sollte dieſe Verehrung ſich eben nicht aus jener Zeit herſchreiben, wo die öfter erwähnten Geſandten in Griechenland weilten? Die Hyperboreer wohnten aber, wie bereits erinnert, in jener Gegend, wo der Iſter ſeinen Urſprung nimmt, und dieſer entſpringt nach Herodot bei Pyrene im Lande der Kelten). Dieſes Pyrene

7) Hyperboreer, d. h. die über dem Nordwind Wohnenden, von d169 über, und der Nordwind.

8) Plinius, IV. 22. Templo Apollinis et mercatu celebrata Delos.

9) Ueber die Geſandtſchaft der Hyperboreer nach Delos vergl. Herodot, IV. 33 und 34, über ihre Wohnſitze aber Diodor, II, 47, ſo wie Strabo, I, 3 und die Scholie zu Apollonii Rhod. Argonaut. IV,. Vers. 284. Francof. 1546. Sie wohnten, den bezeichneten Stellen zufolge, hoch im Norden über dem adriatiſchen Meere hinaus und an den Quellen des Iſter. Dieſer aber ſall von den riphazſchen Vergen, welche Süd⸗Europa von dem nordlichen trennen, herabfließen. Barth, I,§.

10) Strabo, VII, 3. Auch die Sage von Abaris, der die drheadhaßt und Verwandt⸗ ſchaft der Hpperboreer mit den Deliern erneuerte, gehört hieher. Diodor, J. c.

11) Livius, XLV, 27.(Paullus Aemilius) Lebadiae quoque templum Jovis Trophonii adiit. Ibi quum vidisset os specus, per quod oraculo utentes sciscitatum Deos descendunt, sacriſicio Jovi llere Vnnaeque facto: quorum)] id templum est etc.

12) Hero doti hist. II, 33. orοs T To*ααηαςα dεαννεεννο ex KeArν a

IIu* o* vg r0109, 6 80 1⁴έ⁵mννε½³εναπν τν Edαλρπνινy.