Aufsatz 
Der hercynische Wald der Alten / [von Joseph Braun, Rector]
Entstehung
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Iberer ¹). Die Kimbrer oder Kimmerier wohnen an Germaniens nördlichen Geſtaden(Chersonesus Cimbrica), ziehen aber aus dieſen unwirthbaren Regionen weithin nach Südoſten an den mäotiſchen See(palus Maeotis das azow'ſche Meer) und geben hier der kimmeriſchen Meerenge(Bosporus Cimmericus die Meerenge von Jenikale, Kaffa oder Feodoſia) den Namen J. Skythen, zu denen in Europa die Sarmaten und im weiteſten Sinne auch die Germanen gehörten*), durchwandern dieſen Erdtheil nach verſchiedenen Richtungen und fallen nicht ſelten raubend und verwüſtend in Aſien ein). Gallier laſſen ſich in Italien nieder(Gallia Cisalpina) ja, ſie erobern und verbrennen Rom(390 v. Chr.) Ein anderer Theil dieſes Volkes zieht unter Anführung des Sigoveſus nach Germanien und nimmt ſeinen Wohnſitz am hercyniſchen Walde J. Später zieht ein Haufen über die Alpen nach Pannonien und von da nach Macedonien und Griechenland(280 278 v. Chr.) und läßt ſich endlich zum Theile in Thracien und im benachbarten Aſien nieder).

Dieſe Züge waren für die Völker ſelbſt nicht ohne Nutzen; denn durch ſolche wurden ſie mit einander bekannter es entſtand Verkehr unter ihnen und breitete ſich immer mehr aus einzelne Nationen ſtanden nicht mehr da, von den andern ganz abgeſondert, und ein gemeinſchaftliches Band der Kultur und Sitte umſchlang nach und nach unſern Erdtheil und ſchied ſeine Völker von denen der übrigen Kontinente. Uebereinſtimmung in religiöſen Anſichten und Meinungen und Lehrſätzen verbindet, wie einzelne Menſchen, Familien und Gemeinden, ſo auch ganze Völker⸗ ſtämme und Nationen mit einander, und dieſes wohl um ſo mehr und feſter, je niedriger die Stufe intellektueller und ſittlicher Bildung iſt, welche jene Menſchen und Völker erſtiegen haben. Ja, die Religion und ihr äußerer Kultus ſchlingen ein gemeinſchaftliches Band um verſchiedene, ſelbſt entfernte Nationen, und die Religionen der Völker Europa's ſtimmten, was Anſichten, Meinungen und Lehren betrifft, höchſt wahrſcheinlich faſt ganz überein in den früheſten Zeiten unſrer Ge⸗ ſchichte. Die Handelsverbindungen waren noch gering in den damaligen Zeiten, und

1) Strabonis rerum geogr. XI, 3. et III, 4. Barth, Chr. K., Teutſchlands Urgeſchichte. I. B.§§. 55 und 56. der 1. Aufl.

2) Strabo, VII, 2. et XI, 2. Nach Plutarch(vita Marii, c. 11) haben die Kimmerier bis an den hercyniſchen Wald gewohnt. Mannert, K. Geogr. der Griechen u. Römer. III. Th. S. 282 u. ff.

3) Daß zu den Skythen auch Germanen und. Sauromaten(Sarmaten) gezählt wurden,

bemerkt ausdrücklich Plinius. Hist. nat. IV, 26.

4) Ueber den Urſprung und die früheren Züge der Skpthen vergl. Barth, I. B.§. 43 55.

5) Livii histor. V, 34. Sigoveso sortibus dati Hlercynii saltus, Belloveso haud paullo latiorem in Italiam viam Dii dabant. 8

6) Justini hist. XXIV, 48; XXXII, 3.