Aufsatz 
Der hercynische Wald der Alten / [von Joseph Braun, Rector]
Entstehung
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De r hereyniſche Wald der Alten.

Nicht in kalten Marmorſteinen, Nicht in Tempeln, dumpf und todt; In den friſchen Eichenhainen Webt und rauſcht der deutſche Gott.

Uhland.

Wenn wir oft zurückſehen, wie das Vaterland war und ward, dann wird es uns vertraulich und lieb dann gehören wir einander herzlich an; es iſt unſer und wir find ſein.

Chr. Karl Barth.

Nict zur Zeit der großen Völkerwanderung allein, ſondern bereits in jenen fernen Tagen, die, nicht erhellt von der Fackel der Geſchichte, uns in ſchwachem Dämmerlichte entgegen ſchimmern, finden wir Züge nicht nur einzelner Volksſtämme, ſondern ganzer Völker, welche, die bisher bewohnten heimathlichen Gefilde ver⸗ laſſend, ſich wie ein Strom ergoſſen über fremde, nie geſehene Fluren, bis ſie endlich, freiwillig oder gezwungen, eine Stätte fanden, wo ſie ſich niederließen und aus⸗ ruheten von der gewaltigen Wandrung. So wie die Sonne im Oſten ſich erhebt und nach Weſten wandert, ſo gingen auch die meiſten Strömungen der Völker von Morgen nach Abend. Doch zeigt die Geſchichte auch Wanderungen, welche ſich nach der, der vorigen entgegen geſetzten Richtung bewegen, und in denen der Occi⸗ dent wieder dem Morgenlande Bewohner zuſendet. Und ſolche Wanderungen finden wir, wie oben bemerkt, bereits in den fernſten Zeiten und nicht allein bei den Völkern Aſiens, ſondern auch bei denen unſeres Erdtheils. Iberien, eine Landſchaft im Süden des Kaukaſus, entſendet Bewohner nach dem fernen Heſperien oder Abendlande, nach dem heutigen Spanien; denn hier, wie dorten, treffen wir 1*