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Anſchauungsform— denn das würde der Tendenz des Ideals ebenſoſehr widerſprechen, als der Natur und dem Weſen des⸗ ſelben, welches nicht reine Form, wie die reine Kategorie, ſondern freie Lebendigkeit, Thätigkeit, unendliche Productivität iſt und als ſolche ſchaffende und bildende Kraft— vielmehr verarbeitet ſie ihn nach höheren immanenten Geſetzen. Aus dieſem Bildungsprozeß geht dann ein Product hervor, welches zwar auch noch Objectives beſitzt, aber dieſes nicht mehr in ſeiner Unmittelbarkeit, ſondern als durch den Geiſt Gegangenes und inſofern in höherem Sinne als wirklich Reales.
Wollen wir dieſen inneren Prozeß gehoͤrig faſſen, ſo müſſen wir das Verhältniß der Entſtehung des Idrals zu der Entſtehung der künſtleriſchen Phantaſie und zu der Entſtehung der gewöhnlichen Vorſtellung aller Menſchen hier näher betrach⸗ ten. Der Entſtehung des Bildes künſtleriſcher Phantaſie liegt ein ähnlicher Vorgang zu Grunde. Auch hier muß getrennt werden die reine Thätigkeit der Phantaſie und ihr Object. Auch die Phantaſie gibt uns nicht das Object als ſolches mit einer gewiſſen Naturnothwendigkeit wieder, ſondern ſie verar⸗ beitet es frei nach den Geſetzen ihres Schaffens. Findet dieſes Schaffen z. B. nach den Geſetzen der Schönheit ſtatt, ſo erhal⸗ ten wir ein ſchönes Object, eine ſehr gewöhnliche Art der Phantaſiebildung. Doch gibt es auch häßliche Bilder der Phan⸗ taſie, welche richtig gebildet ſind, nur nach anderen Geſetzen oder Begriffen, z. B. nach dem der Abenteuerlichkeit, der Furcht, des unheimlichen Grauens, der Satyre u. ſ. w. Achnlich verhält es ſich mit der Entſtehung der gewöhnlichen Vorſtellung, wie ſie ſich bei jedem Menſchen findet. Auch ihr liegt eine vorſtellende Thätigkeit zu Grunde; dieſe hat aber nicht wie die vorhergenannten den Begriff der Freiheit für ſich, ſondern liegt als etwas gleichmäßig Organiſiertes, Feſtes und Beſtimmtes ähnlich wie die Kategorie von Anfang an in der Dispoſition des Seelenweſens und iſt mit ihm durch eine gewiſſe Naturnoth⸗ wendigkeit unzertrennlich verbunden. Sie zeigt uns den ſinn⸗ lichen Stoff unmittelbar ſo, wie er uns durch die Sinne aus


