C. I. Nro. 938, von Athen. Dialogus ist zu den Unsterblichen gegangen, weil puεαναας ανφμ ςενν, exercitatus circa virtutem et sapientiam, deditus erat sapientiae. Cfr. Boeckh 1. I. S. u.
C. I. Nro. 2236, von Chios. Zwei Frauen liegen vereint in einem Grabe. Sie preisen ihren Uebergang G6 10+½ ν ααέέιν, wo sie Hymnen singen. Cfr. Nro. 4578c.
C. I. Nro. 2647, von Leucosia. Auf Cypern sind mysteria cerealia gefeiert worden. Cfr. Nro. 2637. Es ist bei unserer Inschrift vielleicht an das eumolpidische Samenkorn zu denken, welches der Erde anvertraut wird, um wieder aufzuerstehen. Welcker, Götterlehre II., 516, 526, der die Iischrift auch Sylloge epigr. p. 41 behandelt.
In C. I. Nro. 9421 u. 9535 sind elcusinische und christliche Anschauungen zu- sammengebracht, in Nr. 9291, die archaistisch klingt, ist gleichfalls Heidnisches und Christliches enthalten.
Mehrere Inschriften von Frauengräbern erwähmen Persephone, welche die Ver- storbenen in dem Jenseits aufnimmt, oder sie in das Land der Frommen einführt, im Gegensatze zu Hlades, welchem die verstorbenen Männer verfallen. So
C. I. Nro. 2415, von Paros. Wegen der verschiedenen Dialecte, welche hier ver- treten sind, könnte man die Inschrift für verdächtig halten.
C. I. Nro. 2439, von Melos. Cydila bewohnt die Behausung der Persephone.
C. I. Nro. 2347 c. A., von Syros. Die Inschrift ist jüngeren Datums.
C. I. Nro. 1653 b., von Theben. Weil die Verstorbene eine Dienerin der Per- sephone genannt wird, so liegt es nahe, diese Inschrift vielleicht mit den obigen, welche Mysterienartiges enthalten, zusammen zu bringen. Das ist jedoch so wenig möglich als wie Od. IX., 213 und 624 oder das Fragment der Sappho, 119 bei Bergk, auf die Mysterien zu beziehen. Eher ist an den böotischen Dienst der Demeter Achaea zu denken, welcher in Tanagra und Oropus von den Gephyraeern gepflegt und von dort nach Athen verpflanzt wurde.
Was die samothrakischen Mysterien betrifft, so war schon Strabo im Unklaren darüber und wir müssen uns bescheiden, über die Frage nach den Kabiren in das Reine zu kommen. Soviel scheint aber gewiss,**) dass jene Weihen auf Schifffahrt Bezug haben und Rettung in Lebensgefahr zur See verheissen. Verwandt ist ihnen der Cult des Zeus derliνιο. Cfr. Apoll. Rhod. I., 915 und Aristophan. Pax 276. Das Corpus inscr. graec. weist m. W. nur die eine Inschrift, Nro. 6860 b, auf, welche sich auf die samothrakischen Mysterien bezieht, ²) man müsste denn etwa betonen, dass Nro. 2161 b von Thasos darauf zu beziehen sei, weil sie von einer Samothrake benachbarten Insel stammt, ähnlich wie man aus der Nachbarschaft von Eleusis auf die verhältnissmässig grössere Theilnahme an den dortigen Mysterien schliesst, allein unsere Inschrift hängt unzweifelhaft nicht mit Samothrake zusammen, sondern vertritt die orphisch-pythagoräische Anschauung vom Leben nach dem Tode. 3
Nach der orphisch-pythagoräischen Lehre-) ist die Seele zur Strafe im mensch- lichen Körper eingeschlossen, wie in einem Gefängniss, oder in einem Grab, sie wandert aus einem Körper in den anderen, bis sie geläutert wieder zum ursprünglichen Wohn- sitz zurückkehrt. Philolaus machte diese Lehre des Pythagoras zuerst bekannt.*)
— 2⁵) Naegelsbach, Nachhomerische Theologie, S. 391.
26) Nach Münter,„Erklärung einer griechischen Inschrift, welche auf die samothrakischen Myste- rien Bezug hat“, in der Jenaer allgemeinen Literaturzeitung 1812, u. Creutzer, Symbolik u. Mythologie III., 33 der dritten Auflage. Die letzten vier Verse lassen indessen auch auf pythagoräischen oder neu- platonischen Ursprung schliessen.
2) Brandis, Geschichte der Griech.,. und Röm., Philosophie I., 482, Zeller, Philosophie der Griechen I., 389 und 393 der dritten Auflage, 1870.
28) Nach anderen Pherecydes von Syros.


