Aufsatz 
Die eschatologischen Anschauungen der Griechen und die sepulcralen Inschriften des Corpus inscriptionum graecarum : ein Versuch / von Anselm Braun
Entstehung
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rische Anschauung mit einfachen Worten aus. Nur auf Unsterblichkeit des Nachruhms können die Menschen hoffen und zwar nur diejenigen, welche rühmliche Thaten voll- bracht haben, d. h. nur der verschwindend kleine Theil, während allen andern jeder Fortbestand der selbstbewussten Persönlichkeit, des Ichs, abgesprochen wird. Dabei kann sich aber die Sehnsucht nach Unvergänglichheit und Unsterblichkeit nicht beruhigen. Diese Trostlosigkeit führte zu den Mysterienculten, welche den Eingeweihten Heil und tröstlichere Hoffnungen für das Jenseits boten. In ihnen wurde die Aussicht auf ein Leben und eine Vergeltung nach dem Tode verheissen. Hym. in Cerer. 480; Pindar. fragm. thren. 8; Sophocl. fragm. bei Plutarch. de aud. poet. 4; Isocrat. VI., 28; Dio- dor. V., 48; Cie. de legg. II., 14, 36; Plato. Phaed. p. 69 C. Im ganzen Alterthum ſinden wir das Streben nach Ueberwindung des materiellen Lebens, nach persönlicher Heiligung. Die edelsten und weisesten der Alten sprechen mit Zuversicht und Tröstung von den Mysterien. Mit der diesseitigen sinnlichen Welt steht die jenseitige in unlösbarem Connex, das Entstehen und V ergchen ist nicht für sich da, sondern hat seinen Zweck über sich. Es ist wahrhaft rührend, im Alterthum dieses Streben nach Entstofflichung zu verfolgen und verdient unsere höchste Anerkennung, zumal es in den Aeusserungen des sonstigen Cultus die grössten Hindernisse fand. Bei Plutarch spottet der Cyniker Diogenes, ob wohl der Dieb Patäkion desswegen ein besseres Loos als der beste der Hellenen, Epaminondas, habe, weil er eingeweiht gewesen sei. Viele, deren religiöses Bedürfniss innerlicher war, fühlten sich mit dem, was der verflachte Cultus der Menge bot, nicht zufrieden. In geschlossenen Culten boten sich ihnen tiefere Ahnungen und geistigere Tröstungen. Der höchste Zweck der Mysterien aber war, die U eberzcugung beizubringen, dass je nach der im diesseitigen Leben bewiesenen Sittlichkeit der Zu- stand der Seele im jenseitigen Leben verschieden und jenes die Vorbereitung für eine höhere Lichtexistenz in diesem sei. Es ist hier nicht der Ort, nachzuweisen, dass in den Mysterien keine Lehre, kein Dogma vorgetragen wurde, sondern dass das Mittel der religiösen Belehrung in symbolischer Darstellung bestand, dass es ein blos ästhe- tisches war und es also auf die Subjectivität der einzelnen Initirten ankam, welche Vorstellungen bei ihnen entstanden, oder welche sie je nach ihrer religiösen Gesinnung damit verbanden. Ebenso überflüssig ist es, zu constatiren, dass der grosse Haufe die Proedrie im jenseitigen Leben durch Erfüllung der vorgeschriebenen Ceremonien sich zu erwerben glaubte, ähnlich wie heute die Gnadenmittel der christlichen Kirche ge- braucht werden. Bei Hippol. ref. haer. V., 8, add drt. ντν 2Oν drταοσιιπποσ 0½0⁶⁶;D v0i*, rr1⁴⁶ε, 1 d' 1νσέα ⁶σ ἀ˙εoοπ oiwos e 14ʃ⁶00ν r01ur ,u 10 Aco0dic, wie in der Heraclessage ist geradezu die Ausicht der Muhamedaner vom Paradies vorgetragen, mit allen Freuden der Tafel und sinnlicher Liebe. Die ungeahnte geistige Kraft im Inneren des Empfängers brachte jenen heiligen Stolz hervor, den wir auch bei Pytha- goras finden und welchen Theseus dem Hippolytus vorwirft. Eur. Hipp. 952. Der Ini- tüirte beanspruchte vor anderen für sich nach dem Tode ein seliges Loos, Ehren und Belohnungen. Plato rep. II., 364; Diog. Laert. I., 4, 319; für ihn ist der Tod die Erfüllung besserer Hlofinungen, der 2 G Deees. die nova salutis curricula,⁶οιςα ταeς 211α 0oειε Se2εioς Io ouαs, dναας. Nach Isocrates hat Demeter die Weihen ge- geben, 7 0i ueεεεέeνν lεο⁵ εᷣ απ dio 1e2euςᷣ τιανm οο ꝗεέιαναιανοςσ lεννοι ⁶εοσ⁹ς Taα εναι⁶ια εενενν Cic. legg. II., 14, initia ut appellantur ita revera principia vitae cog- novimus neque solum cum laetitia vivendi rationem accepimus, sed etiam cum spe me- liore moriendi. Nach Sophocles ois vdo 76 Ezer Sry 2G11, 101& 0, d12⁴σ mο⁴νν ᷣναε 2ανπα, ihre Zukunft ist nie endende Qual, sie dringen nicht zum Lichte durch, sie wer- den von der Gemeinschaft der Götter ausgeschlossen. Cic. Tuscul. I., 30. Das Vor- zeigen von Symbolen, welche wir für indecent halten, mag in älterer Zeit eine Anregung zur Erfüllung ihrer Pflichten bei den Eingeweihten gewesen sein, mag Heiliges, Hehres, 2*