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wesen sein, ausgesprochener Massen davon nichts wissen wollten, vielmehr an der alten homerischen Eschatologie festhielten. Doch davon weiter unten.
C. I. Nro. 499, von Megale Mantinea. Die Inschrift scheint im ersten Schmerze über den Verlust der beiden Knaben in der ganzen Trostlosigkeit homerischer Anschau- ung abgefasst zu sein, sie grollt bitter dem Dämon, welcher sie, Blüthen gleich, zer- malmt hat.
C. I. Nro. 3333, von Smyrna. Die zehn Verse boten Platz genug, etwas vom jen- seitigen Leben, etwa Wiederfinden der Eltern und Kinder, anzubringen, aber nur: ein- gegangen in den finsteren Hades, wohnen wir im grauenvollen Grab.
C. I. Nro. 3388 ibid. Eutychia hat dich nur dazu aufgezogen, dass das Geschick dich dahinraffe, trostlos gibt sie sich ihrem Schmerz hin, sie zerschlägt sich die Brust, an der sie dich genährt.
C. I. Nro. 3226 ibid. Der Ephebe ist vom schrecklichen Hades aus der Mitte seiner Genossen gerissen worden.
C. I. Nro. 3311, von Rhenea. Da auf Delos Niemand begraben werden durfte, so wurden die dort Verstorbenen auf die benachbarte Insel Rhenea gebracht. Alters- angaben auf Grabmälern beweisen, dass diese nicht vor die Macedonische Zeit zu setzen sind. Aus unserer Inschrift geht hervor, dass jene Sitte noch in der genannten Zeit gehandhabt wurde. Auch das Anaglyphon über derselben spricht für eine jüngere Zeit.0)
C. I. Nro. 3118, von Teos. In sanften Worten beklagt sich ein vierzehnjähriges Mädchen, dass es einen traurigen Weg gewandelt und nun statt des Bräutigams das Grab bekommen habe. Cfr. C. I. Nro. 6858, 6860, 6862 und 320 des Thession in Athen. Pervanoglu S. 49 u. id. S. 53: 1τG aus der Sammlung der archäol. Gesellschaft.— Der Schauder vor dem unbekannten Jenseits trieb zum Forschen danach an.
Bei Hesiod, welcher die durch Homer fixirten Vorstellungen vom Zustande der Seele nach dem Tode voraussetzt, werden die Todten nur beiläufig erwähnt; nur die Titanen und der Tartarus, ihr Aufenthalt, haben für ihn Interesse. Theog. 725— 735, 767— 779. Das Plysion beschreibt er wie Homer, mit der neuen Bezeichnung: Inseln der Seligen. Op. et. d. 167. Während bei Homer die Apotheose von Heroen sich noch nicht bestimmt nachweisen lässt, gibt Hesiod einigen, die er von den Dämonen unter- scheidet, Unsterblichkeit.) Die Menschen des goldenen Geschlechts wurden, als sie starben, eine Schaar verklärter Geister, auf der Erde umherschwebend, ειαα᷑ ◻ράιι‿‿οαυοσν 1e dixas 2d νέννια ενυυσα ⁷εέοσα εασσνμενοοmO⁶ ν,ν Siτνes aν οισννοdα. Sie sind erhöhte Erdgeister, eine Anschauung, die sich mit der Homers nicht verträgt, wo der Tod nicht eine gottähnliche Würde der Verstorbenen hervorbringt, sondern eine Ursache der Erniedrigung ist. ¹³) Bei ihm wird οσ jeder genannt, welcher sich vor anderen durch irgend welche hervorragende Thaten oder durch Ehrenhaftigkeit ausgezeichnet, von einer Verehrung desselben durch den Cultus ist indessen bei ihm nirgends auch nur eine Andeutung. Auch bei Hesiod ist noch keine Spur eines Einflusses, welchen die Heroen auf das Leben der Menschen ausüben. Erst später, als der Heroenglaube sich weiter entwickelte und Heroen als gleichbedeutend mit Dämonen genommen wurden, haben sie die Macht, den Menschen zu nützen oder zu schaden. Demgemäss wurden sie durch Opfer, hauptsächlich an ihren wirklichen oder vermeintlichen Grabstätten,
16) Pervanoglu S. 87.
1¹) Der Contrast zwischen glänzenden, wohlthätigen, göttlichen und finsteren, unheilvollen dämoni- schen Wesen stammt aus uralter Zeit. Max Müller, Vorlesungen über die Wissenschaft der Sprache, S. 487 der deutschen Uebersetzung.
18) Preller, Demeter u. Persephone, S. 226.


