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Todesloos zu schützen, aber um ihn im Ruhme unsterblich zu machen, auf dass er den Tod überwinde, hat die besorgte Mutter Alles gethan, ihn zu allem Grossen anleiten lassen. So ist Achill Trost und Vorbild zugleich, und daraus erklärt sich, dass sein Mythenkreis zum Mittelpunkt einer ganzen Reihe von Grabvorstellungen geworden ist.¹*) Ueber geistige Erhabenheit hat der Tod keine Macht.
„Wenn der Leib in Staub zerfallen, Lebt der grosse Name noch,“
singt unser Dichter, der wie Einer den Griechen naehzufühlen vermochte. Die homerische Unsterblichkeit beschränkt sich also auf die Unsterblichkeit des Namens, der durch ein aufgeschichtetes Mal, wie an mehreren Stellen der Ilias, oder durch einen Denk- stein aufrecht erhalten und späteren Geschlechtern zur Kenntniss gebracht werden soll. Diese Anschauung spricht sich in einer Reihe von Gräberinschriften aus, sie geht, wie diese beweisen, durch mehrere Jahrhunderte.
C. I. Nro. 1925, von Ithaca. Darin ist von irgend einem Anklang an ein jensei- tiges Leben keine Spur; nur von Besitzthum, welches sich auf die diesseitige Welt be- zieht, und von unsterblichem Ruhm ist die Rede.
C. I. Nro. 997, von Athen, Der 1ομμος σσοσειι hält mich, meine ganze Per- sönlichkeit, umfangen, aber er wird Gegenwärtigen und Zukünftigen von mir melden. In Attika werden desshalb mehr antike Gräber gefunden, weil es verhältnissmässig dichter als andere Landschaften bevölkert war.
C. I. Nro. 1960, aus Macedonien. Das ist mein Schmuck, mein Ruhm, dass ich diesen Denkstein habe.
C. I. Nro. 747, von Athen. Dieselbe stand auf dem„unsterblichen Erinnerungs- mal des sterblichen Leibes.“ Gefunden auf der Acropolis. Wenn man nicht annehmen will, dass es von seinem früheren Standpunkt weggenommen und in fränkischer oder türkischer Zeit als Mauerstein dahin gewandert ist, so beweisst die Inschrift auf dem- selben, dass die homerische Vorstellung vom Jenseits noch in der spätesten Zeit ihre Anhänger hatte. Denn diejenigen Grabsteine, welche innerhalb der Mauern von Städten gefunden wurden, stammen aus späterer Zeit, in welcher die Bevölkerung sich zu lichten begann. Um so jünger muss die angeführte Inschrift sein, da sie von der Acropolis, dem Heiligthum Athens, stammt. Die Provenienz spartanischer und megarischer Grabsteine lässt sich bei deren Zeitbestimmung nicht anwenden, denn nach Plutarch. Lycurg. 27, Timol. 39, Instit. Laced. 238, Thucyd. I., 134, Pausan. I., 43, 2. wurden Verstorbene auch innerhalb der Stadtmauern begraben in Sparta, Megara, Syrakus. In der erste- ren war es durch ein Gesetz Lycurgs, welcher seinen Landsleuten die Todesfurcht und die Scheu vor Verunreinigung durch den Anblick von Leichen und Schreiten über ihre Gräber abgewöhnen wollte, geradezu geboten.*) Die Begräbnisse bei den Orientalen waren regelmässig ausserhalb der Städte. ¹*)
C. I. Nro. 5362 b, von Cyrene. Berenice ist in den Acheron gegangen, aber ihr Andenken ist durch das auf dem 1φ. angebrachte Bild fixirt.
C. I. Nro. 5692, von Catana. Das Andenken an den Bürger aus Ephesus, dessen Namen indessen auf der Inschrift nicht mehr lesbar ist,(er muss dreisilbig gewesen sein), wird durch das Mal aufrecht erhalten. Cfr. C. I. Nro. 4599.
C. I. Nro. 6306, stand auf dem Grabmal einer Tänzerin oder Meretrix zu Rom, die, obschon aus verhältnissmässig sehr junger Zeit, durch das Monument im Andenken
11) Bachofen, Gräbersymbolik, S. 481. 12) Becker, Charicles III., 104. Excurs zur neunten Scene. ) Woods, Ruins of Palmyra, S. 39.


