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anmuthigen Bildern hat uns hier der Dichter mit dem Schweizervolke bekannt ge⸗ macht, das meiſtens aus Fiſchern, Hirten und Jägern beſtand. Sodann das Ge⸗ ſpräch zwiſchen Stauffacher und ſeiner Frau Gertrud, wie ſinnig führt es uns in die Zeit der Habſucht und der Wütherei des Landvogts ein, ſo echt homeriſch, als hörten wir die verſtändige Penelope im Hauſe des Odyſſeus ſprechen. Und wie er Abſchied von ihr nimmt, wie empfiehlt er ihr Gaſtfreiheit zu üben;„Dem Pilger, der zum Gotteshauſe wallt, dem frommen Mönch, der für ſein Kloſter ſammelt, gieb reichlich und entlaß ihn wohlgepflegt.“ Nun kommt der Frohnvogt und treibt drohend die Geſellen zur Arbeit an. Aber in dem edlen Attinghauſen ſehen wir den rechten Adel des Geſchlechts, in dem mächtig die Liebe zum Vaterlande lebt. „Ans Vaterland, ans theure ſchließ dich an, das halte feſt mit deinem ganzen Her⸗ zen! Hier ſind die ſtarken Wurzeln deiner Kraft, dort in der fremden Welt ſtehſt du allein!“ Ferner die Unterhaltung Tells mit ſeiner Frau Hedwig, ſie die ſorg⸗ ſame Hausfrau, um den Mann in Angſt, wenn er in dem Eisgebirge die Gemſe verfolgt, und er der kühne Jäger, der auf Gott vertraut und die gelenke Kraft. Dazu die Beſchreibung des wilden Schächenthals, wo ſchroff die Felſenwand her⸗ überhängt, nnd unten fürchterlich der Schächen rauſcht. Und zuletzt die ſchöne Schilderung der Gotthardſtraße:„Am Abgrund geht der Weg, und viele Kreuze bezeichnen ihn, errichtet zum Gedächtniß der Wanderer, die die Lawine begraben. Und ſeid ihr glücklich durch die Schreckensſtraße, ſo kommt ihr auf die Brücke, welche ſtäubet. Dann reißt ein ſchwarzes Felſenthor ſich auf, es führt euch in ein heitres Thal der Freude. So immer ſteigend kommt ihr auf die Höhen des Gotthards, wo die ew'gen Seen ſind, die von des Himmels Strömen ſelbſt ſich füllen. Dort nehmt ihr Abſchied von der deutſchen Erde, und muntern Laufs führt euch ein an⸗ drer Strom ins Land Italien hinab.“
Schiller hat Italien und Neapel nicht geſehen, aber er führt uns in Pompeji und Herkulanum umher und zeigt uns deren Wunderwerke ſo anſchanlich, als wären wir mit ihm dort. Nachdem er in wenigen Worten die Entdeckung der verſchüt⸗ teten Städte angedeutet—„Welches Wunder begiebt ſich! Wir flehten um trinkbare Quellen, Erde, dich an, und was ſendet dein Schooß uns herauf!“ ſchaun wir die ſchmalen Straßen mit den Trottoirs, die Säulenhallen, das Theater, den Triumpf⸗ bogen, das Forum und zugleich vor dem richtenden Prätor den Kläger und Zeugen, ferner die Wohnhäuſer mit den zierlichen Zimmern um den Hof herum, an den Wänden die Gemälde, welche die mannigfaltigſten Gegenſtände und Gruppen dar⸗ ſtellen, wie ſie uns jetzt Zahn in ſeinem koſtbaren Werke wirklich vorgemalt hat,


