Aufsatz 
Die geognostischen Verhältnisse der Umgegend von Frankfurt a.M
Entstehung
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ermittelt iſt; aber auch daran kann man keine großen Hoff⸗ nungen knüpfen, da bei dem Vorkommen der Steinkohlen die darauf lagernden Schichten des Todtliegenden meiſt nur ſehr ſchwach ſind, zuweilen ganz fehlen. Beide Formationen ſcheinen ſich alſo gegenſeitig zu ergänzen oder zu erſetzen. Daraus läßt ſich wohl mit einiger Sicherheit ſchließen, daß an ein Vorkommen der Steinkohlen bei uns kaum zu denken iſt.

Die Tertiärformation.

Wie ſchon oben erwähnt, war in einer früheren Periode unſerer Erde das Rheinthal und das Mainzer Becken ein großer See, welcher aber auch noch einen langen ſchmalen Buſen nach Norden bis in die Gegend von Nauheim, viel⸗ leicht auch, nach dem Vorkommen von Braunkohlenflötzen zu urtheilen, bis nach Alsfeld, Kirchhain und Amöneburg hinaus⸗ ragen hatte, da der Vogelsberg, wenigſtens ſein weſtlicher Theil, ſicher erſt ſpäter gehoben worden ſein kann, Dieſer See hing wahrſcheinlich mit dem Ocean zuſammen, vielleicht durch die Ebene zwiſchen Jura und Alpen und das Rhone⸗ thal, vielleicht auch mit dem norddeutſchen Tertiärmeer. Er enthielt Salzwaſſer, wie dies die in den unteren Schichten der Tertiärformation vorkommenden foſſilen Meeresthiere be⸗ weiſen. Allmählich bildete ſich ein ſchmaler Durchbruch bei Bingen, und das Waſſer konnte abfließen(wie heutzutage der Lorenzo der Abfluß der großen Seen Nord⸗Amerikas iſt). Zu gleicher Zeit führten viele Flüſſe dem See Maſſen ſüßen Waſſers zu, es entſtand, beſonders an den Küſten, ein Gewäſſer zwiſchen ſüß und ſalzig, ein ſogenanntes Brackwaſſer, und dies führte wohl noch einige Seethiere, aber auch ſchon viele Süßwaſſerthiere und Pflanzen und zugleich eine dem Brackwaſſer eigenthümliche Fauna, wie