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in jener hiemps nicht als Winter, ſondern gleich tempestas gefaßt wird, mit Recht: „Taec comparatio parum ad augendam rei derdrera faäcere, immo eam imminuere ac frangere videtur.“ Bei einer ſolchen Vergleichung würde man auch inſofern jede Einheit des Gedankens vermiſſen, als unter dem culmus levis die auf der Dreſchtenne vom Dreſchen zurückgebliebenen Getreidehalme, unter den stipulae volantes die auf dem Feld vom Mähen zurückgebliebenen Stoppeln, alſo bei dem Eintreten des winterlichen Wirbel⸗ winds an ganz verſchiedenen Orten befindliche Gegenſtände, verſtanden werden müßten; vgl. die vortrefflichen Bemerkungen von Voß über die Erndte zu Georg. I, 289; zu⸗ gleich iſt auch zu beachten, daß nur wenige Verſe vorher, V. 315, stipula nicht die Stoppel, ſondern den Halm des noch nicht geſchnittenen Getreides bedeutet.
Die Unmöglichkeit in den fraglichen Worten eine Vergleichung zu ſehen, haben ſchon frühere Erklärer erkannt. Wagner betrachtete ſie als Fortſetzung der vorausge⸗ gangenen Sturmesſchilderung; er ergänzt nämlich aus dem conſecutiven Relativſatz quae— eruerent(gleich tanta quidem ut— eruerent) vor ita ein ut; das ita gilt ihm ſoviel wie eira, tum, oder ita ferret ſoviel wie erutumque ferret. Doch möchte dieſe Erklärung, als von grammatiſchem Standpunkt unmöglich, zumal bei dem Wechſel der Subjecte(ventorum proelia und hiemps), ſowie dem Mangel einer verbindenden Con⸗ junction vor dem Satz mit ita, wohl Niemand billigen.
Wir haben ohne Zweifel an dieſer Stelle, bei der jeder Erklärungsverſuch ſcheitert, einen völlig corrumpirten Text vor uns und es iſt daher erlanbt auf dem Wege der Conjectur vorzugehen. Man könnte vermuthen: ita(ſo ſehr, mit ſolcher Gewalt) turbine nigro Fertur hiemps culmumque levat stipulasque volantis; zu turbine fertur, nahet im Wirbel, würde Aen. XII, 855 zu vergleichen ſein. Wahrſcheinlicher ſcheint mir jedoch, daß der Dichter etwa ſo geſchrieben habe:
Quae gravidam late segetem ab radicibus imis
Sublimem eruerent et ferrent turbine nigro. Das in dem jetzigen Text zwiſchen sublimem und eruerent ſtehende expulsam, welches in der Bedeutung, die man ihm hier beilegen müßte: aus der Erde herausgetrieben oder herausgeriſſen, wohl ſchwerlich ſonſt nachzuweiſen iſt und hier neben eruerent noch dazu den Fluß der Rede ſtören würde, iſt vermuthlich durch eine mißverſtandene Gloſſe(etwa et ita erutam oder evulsam zu ferrent) in den Text gekommen; hierdurch entſtand die Verwirrung, die zur Anfügung eines weiteren Verſes führen mußte, den man aus Ver⸗ gil'ſchen Reminiscenzen zuſammenſtellte; vgl. Georg. I, 76: fragiles calamos silvamque sonantem, 85: atque levem stipulam crepitantibus urere flammis, 289: nocte leves melius stipulae..., 368: saepe levem paleam et frondes volitare caducas.
14. Georg. I, 441 ff.:
Ille[sol]l ubi nascentem maculis variaverit ortum Conditus in nubem medioque refugerit orbe, Suspecti tibi sint imbres. Man geſtattet wohl dem Dichter zuviel Freiheit in der Wahl des Ausdrucks, wenn 3


