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welcher, nach dem Ergebnisse der mit ihm vorgenommenen Prüfung, nur zur Aufnahme in die Sexta für reif befunden wurde. Der Unterricht begann am 10. October..
20. Am 16. November wurde in der Gymnasialkirche, unter Theilnahme der katholischen Lehrer und Schüler, zum frommen Andenken an die verstorbenen Wohlthäter des Gymnasiums, insbesondere an die Süfter der Stipendien, das regelmässige Trauer-Gedächtnissamt, gehalten, bei welchem feierlichen Gottes- dienste von 18 Schülern der drei oberen Classen(Nitgliedern der Selecta) ein von dem Gesanglehrer Henkel componirter vierstimmiger Gesang, in Abwechslung mit dem einstimmigen Gesange der übrigen Schüler, ausgeführt wurde.
21. Durch Allerhöchstes Rescript vom 30. November wurde der seitherige evangelische Religions- lehrer des Gymnasiums, Pfarrer Johannes Wendel, zum ersten Pfarrer der hiesigen evangelischen Gemeinde und zum Inspector der Inspectur Fulda allergnädigst ernannt, und wird, sobald die Ernennung des zweiten Pfarrers der gedachten Gemeinde, mit dessen Stelle die des Religionslehrers bei dem Gymna- sium auch fernerhin verbunden bleibt, erfolgt sein wird, aus seinem seitherigen amtlichen Verhältnisse zum Gymnasium ausscheiden. Der genannte Geistliche erfasste seinen Beruf als Lehrer und Seelsorger stets mit dem gewissenhaftesten Eifer und hat das ihm an unserer Anstalt anvertraute Amt neun Jahre hindurch mit ausgezeichneter Pflichttreue und dem belohnendsten Erfolge verwaltet. Je aufrichtiger wir den Verlust eines ebenso berufstüchtigen als biederen und wohlgesinnten Mitarbeiters bedauern, dem in seinem Wirkungs- kreise in gleich ungetheiltem Masse die Achtung seiner Amtsgenossen wie die Anhänglichkeit seiner Schüler, welchen er stets ein unverdrossener und liebevoller Lehrer und Erzieher war, zu Theil geworden ist; desto mehr freuen wir uns der sicheren Hoffnung, die freundlichen Beziehungen, welche uns mit dem scheidenden Amtsgenossen verbanden, auch in der Folge ungeschwächt fortdauern zu sehen. Möge ihm in dem neuen ausgedehnteren Berufskreise eine gleich segensreiche Wirksamkeit zu Theil werden und möge er auch für die Zukunft unserer Anstalt freundliche und theilnehmende Gesinnungen bewahren!
22. Zur Begehung des kirchlichen Jubiläums wurden, zufolge Erlasses des Hochwürdigsten Herrn Diöcesanbischofes vom 25. October, unter Theilnahme der katholischen Lehrer des Gymnasiums, an den drei ersten Advents-Sonntagen, am 3. 10. und 17. December, ausser dem gewöhnlichen Gottesdienste, Betstunden in der Gymnasialkirche gehalten, worauf in derselben, in Gemässheit desselben Erlasses, am 10. und 11. Februar die h. Sacramente der Busse und des Altares gespendet wurden.
23. Die diesjährige Hrabanusfeier wurde, da der eigentliche Festtag auf einen Sonntag fiel, am vorhergehenden Tage, dem 3. Februar, im Prüfungssaale in herkömmlicher Weise begangen. Religiöse Gesänge wurden sowohl von dem Chore der Männerstimmen als von dem gemischten Chore ausgeführt; Vorträge wurden von den drei Unterprimanern Constantin Gutberlet, Richard Mauritius und Philipp Schüssler gehalten, von welchen Gutberlet in lateinischer Sprache das Thema behandelte: Bellis Messeniis utri maiorem belli gloriam comparaverint, Messenii an Lacedæmonii?, Mauritius über die Bedeutung der Sage vom Kaiser Rothbart im Kyffhäuser, Schüssler über den Inhalt und Charakter der Iliade sprach; Gedichte wurden vorgetragen von den Untersecundanern Alfred Merz und Oscar Fleischmann, den Obertertianern Hermann Köhler und Joseph Lammeier, dem Untertertianer Conrad Müller, den Quartanern Richard von Boxberger und August Kreis, dem Quintaner Max Merz, den Sextanern Constantin Jäckel und Alexander Wenderhold.


