Aufsatz 
Die Lehre und Verfassung der morgenländischen Kirche / von Thomas Bormann
Entstehung
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die Ouintaner auf lateinische und deutsche Sprache, evangelische Religionslehre, Geschichte, Geographie, Arithmetik und Naturkunde; für die Sextaner auf lateinische und deutsche Sprache, evangelische Religions- lehre, Geschichte, Geographie, Arithmetik und Naturkunde. ÜUberdies wurden am ersten Prüfungstage die Probezeichnungen der Selectaner und die Zeichenhefte der Quartaner, Quintaner und Sextaner, am zweiten Prüfungstage die kalligraphischen Hefte der Schüler der drei genannten Classen einer Revision unterwarfen-

In den Abendstunden der beiden Prüfungstage fand, wie in den vorhergehenden Jahren, in Gegen- wart des Lehrercollegiums für die Schüler aller Classen auf dem Turnplatze ein Probeturnen statt, welches mit einigen vaterländischen Gesängen eröffnet und mit Turnspielen beschlossen wurde.

17. Am 20. September wurde das Sommersemester in herkömmlicher Weise mit einer öffentlichen Schulfeierlichkeit geschlossen. Bei derselben versuchte der Oberprimaner Franz Reinhardt in lateini- scher Sprache die Beantwortung der Frage: Cur philosophiæ studium apud Romanos non floruerit? und wurden deutsche Vorträge gehalten von dem Oberprimaner Heinrich Kaul und dem Unterprimaner Adolf von Heppe, deren ersterer über Plan und Charakter derIphigenie auf Tauris von Goethe sprach, dieser das Thema: Welche Umgestaltung erfuhren die Weltverhältnisse durch Alexander den Grossen? behandelte. Gedichte wurden vorgetragen: von den Obersecundanern Ignaz Hohmann und Fridolin Uth, dem Obertertianer Eduard Auffarth, den Untertertianern Hermann Alfermann und Martin Scheling, den Quartanern Hermann Uth und Otto Weismann, den OQuintanern Philipp Braun und Wilhelm Lieblein, den Sextanern Hermann Kersting und Eugen Simon. Leberdies wur- den sowohl von dem Chore der Männerstimmen als auch von dem gemischten Chore Gesänge ausgeführt, bei welchen die Unterprimaner Ignaz Budenz, Eduard Auth, Heinrich Müller und Richard Mauritius, der Untertertianer Hermann Alfermann und der Quartaner Hermann Uth Solopartieen vortrugen.

Nach der Schlussfeierlickeit fand, als Privatach der Schule, in den Classenzimmern die Vertheilung der Censuren und die auf die Gesammtleistungen der Schüler gegründete Collocation derselben statt.

18. Am 4. October starb, im fast vollendeten zwei und zwanzigsten Lebensjahre, zu Rosbach(Pfarrei Kirchhasel) der Untersecundaner Carl Ritz, welcher Michaelis 1852 in bereits sehr vorgerücktem Alter in das Gymnasium aufgenommen worden war, ein ausgezeichnet frommer, fleissiger und gehorsamer Schüler, welcher stets seinen Mitschülern in jeder Beziehung zum Vorbilde gedient hatte. Derselbe hatte sich, um die Herbstferien bei seinen Eltern zuzubringen, nach seinem Heimatsorte begeben, wurde hier von der damals dort herrschenden Ruhr ergriffen und entschlummerte nach kurzem Leiden, fromm und sanft wie er gelebt, seines Goites und Heilandes sich getröstend und noch in den letzten Augenblicken seiner Lehrer und Wohlthäter dankbar und liebevoll gedenkend, in gläubiger Zuversicht zu einem besseren Leben. Das Gymnasium, welches bei der Bestattung der sterblichen Reste des geliebten Zöglinges sich leider nicht betheiligen konnte, veranstaltete am 19. October für die Seelenruhe desselben in der Gymnasialkirche, unter Theilnahme der katholischen Lehrer und Schüler, die feierlichen Exequien, bei welchen eine Anzahl agus den oberen Classen ausgewählte Schüler einen von dem Gesanglehrer Henkel componirten Trauerge- sang ausführten. Sit illi terra levis!

19. Das Wintersemester wurde am 9. October mit Gebet und Choralgesang in gewohnter Weise im prüfungssaale feierlich eröflnet. Zur Aufnahme hatte sich nur 1 Schüler und zwar für die Quinta gemeldet,