40
Februar des Jahres 1845 bei der zur Prüfung für Bewerber um ein ordentliches Gymnasiallehramt festge- setzten Commission das theoretische Examen in den Hauptfächern der classischen Philologie und Geschichte und in dem Nebenfache der neueren Sprachen; erlangte im August desselben Jahres nach Einreichung einer in Druck erschienenen Dissertation(de praeconibus Graecorum. Marburgi 1845. 102 8. 8.) den Doctorgrad in der Philosophie und trat im Herbst zu Folge Höchster Entschliessung(Ministerial-Rescript vom 27. October 1845) als Fraktikant am Gymnasium zu Hersfeld ein. Im Juli des folgenden Jahres bestand er bei der theologischen Facultät in Marburg auch das theologische Examen. Durch höchste Ent- schliessung vom 25. Januar 1847 wurde er mit Versehung einer ordentlichen Lehrerstelle an demselben Gymnasium beauftragt und in gleicher Eigenschaft, nachdem er zuvor im Juni 1847 die praktische Prüfung für ein ordentliches Gymnasiallehramt vor der Schulcommission für Gymnasialangelegenheiten bestanden hatte, im October 1848 an das Gymnasium zu Cassel versetzt. Durch ein Allerhöchstes Rescript vom 22. September 1853 wurde derselbe zum Häülfslehrer an demselben Gymnasium allergnädigst ernannt und durch ein gleiches vom 15. Juni 1854 in gleicher Eigenschaft an das Gymnasium zu Fulda versetzt.
Derselbe schrieb ausser seiner Inauguraldissertation: Commentationis de Demetrii Phalerei vita, rebus gestis et scriptorum reliquiis P. I., als Programm des Gymnasiums zu Hersfeld erschienen Ostern 1847. 64 S. 4.—
13. Am 19. August fand zur Vorfeier des Allerhöchsten Geburtsfestes Seiner Königlichen Hoheit des Kurfürsten im Prüfungssaale des Gymnasiums die regelmässige öffentliche Schulfeierlichkeit statt, welche sich auch in diesem Jahre wieder einer zahlreichen Theilnahme des Publicums erfreute. Nach einem von dem gemischten Chore ausgeführten religiösen Gesange sprach der Director ein Gebet, in welchem er den Segen des Allmächtigen für das Leben und die Regierung des erhabenen und geliebten Landesfürsten erflehte; worauf, nachdem ein zweiter religiöser Gesang ebenfalls von dem gemischten Chore vorgetragen worden war, der Gymnasiallehrer Dr. Gies die Festrede hielt, welche das System und die wissenschaftliche Methode der Mathemalik und ihren Zusammenhang mit anderen Wissenschaften zum Gegenstande hatte. Die Feierlichkeit wurde mit einem von dem Chore der Männerstimmen ausgeführ- ten vaterländischen Gesange beschlossen.
14. Am 1. September wurde, in Gegenwart des Lehrercollegiums, auf der Gymnasial-Schwimmanstalt ein Probeschwimmen vorgenommen, mit welchem die Schwimmübungen des Semesters beendigt wurden.
15. Am 17. September, dem letzten Sonntage des Sommersemesters, fand für die evangelischen Schüler des Gymnasiums die gemeinschaftliche Abendmahlsfeier statt, an welcher, wie in den vorherge- henden Jahren, auch die evangelischen Lehrer der Anstalt theilnahmen.
16. Am 18. und 19. September wurden in allen Classen die regelmässigen Herbstprüfungen vorge- nommen. Dieselben erstreckten sich für die Primaner auf griechische, lateinische und französische Sprache, katholische Religionslehre, Mathematik und Physik; für die Secundaner auf griechische, lateinische und deutsche Sprache, katholische Religionslehre, Geographie, Mathematik und Naturkunde; für die Tertianer auf griechische, lateinische, deutsche und französische Sprache, katholische und evangelische Religionslehre, Geschichte, Mathematik und Naturkunde; für die Quartaner auf griechische, lateinische, deutsche und fran- zösische Sprache, katholische und evangelische Religionslehre, Geographie, Arithmetik und Naturkunde; für


