Aufsatz 
Die Lehre und Verfassung der morgenländischen Kirche / von Thomas Bormann
Entstehung
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38 nungsfeier wurden die Aufnahmeprüfungen vorgenommen. Angemeldet waren im Ganzen 26 Schüler und zwar 19 für Sexta, 2 für Quinta, 1 für Quarta, 2 für Untertertia, 1 für Obertertia und 1 für Untersecunda. Von denselben wurden aufgenommen: 20 in Sexta, 2 in Ouinta, 2 in Untertertia(einer derselben ohne- Prüfung, auf den Grund eines Abgangszeugnisses des von ihm unmittelbar vorher besuchten Gymnasiums zu Cassel), 1 in Obertertia, 1 in Untersecunda.

3. Der Unterricht begann am 25. April. Die Sommerferien dauerten vom 10. bis zum 30. Juli, die Herbstferien vom 21. September bis zum 8. October, die Weihnachtsferien vom 23. December bis zum 2. Januar.

4. Am 18. Mai und am 14. August wurden, mit Aussetzung des Nachmittagsunterrichtes, von Lehrern und Schülern nach mehreren schönen Puncten der Umgegend Fulda's gemeinschaftliche Spaziergänge unter- nommen, welche durch den Genuss der freien Natur sowohl als durch heitere Gesänge, gymnastische Uebungen und Jagendspiele den Schülern angenehme Stunden bereiteten.

5. Am 25. Mai verloren wir durch den Tod den Obertertianer Raphael Möller aus Hattenhof, der seit Ostern 1850 Schüler des Gymnasiums gewesen war und sich durch Fleiss, Sittlichkeit und Her- zensgüte bei Lehrern und Mitschülern Achtung und Liebe erworben hatte. Der Verstorbene war wührend der Osterferien in seiner Heimat von einem Schleimſieber befallen worden und kehrte am 8 Mai, kaum genesen, zur Anstalt zurück, wurde aber, nachdem er noch am 15. Mai dem Unterrichte beigewohnt hatte, von neuem aufs Krankenlager geworfen, und bereits an dem genannten Tage erfolgte nach kaum vollen- detem achtzehnten Lebensjahre seine Auflösung. Am 28. Mai wurde die Leiche, von sechs Primanern. getragen, durch Lehrer und Schüler zur letzten Ruhestätte geleitet. Nachdem ein von dem Gesanglehrer Henkel componirter Trauergesang von dem Chore der Männerstimmen mit Instrumentalbegleitung ausge- führt worden war, sprach der Gymnasiallehrer Hahn in der Friedhofscapelle unter ernsten Winken und Mahnungen an die versammelte Jugend über des hingeschiedenen Mitschülers Fleiss, Bescheidenheit und Sitllichkeit; wobei er insbesondere den frommen Sinn, mit welchem derselbe die Leiden seiner Krank- heit getragen hatte, mit gebührender Anerkennung hervorhob. Die Trauerfeier wurde durch einen von sämmtlichen Schülern gesungenen, ebenfalls von dem Gesanglehrer Henkel componirten Chorgesang be- schlossen. Die feierlichen Exequien für die Seelenruhe des Verstorbenen wurden am 30. Mai in der Gymnasialkirche, unter Theilnahme der katholischen Lehrer und Schüler, gehalten. Er ruhe in Frieden!

6. Am 31. Mai wurde in Gegenwart des Directors und der geistlichen Gymnasiallehrer die Prüfung derjenigen 9 katholischen Schüler vorgenommen, welche von dem Gymnasiallehrer Hahn den vorbereiten- den Unterricht für die erste h. Communion erhalten hatten.

7. Am 15. Juni, dem Fronleichnamstage, fand in der Gymnasialkirche die erste heilige Communion der gedachten katholischen Schüler statt und in Gemeinschaft mit denselben empfingen, wie in den frühe- ren Jahren, auch die übrigen katholischen Schüler sowie die sämmtlichen katholischen Lehrer des Gymna- siums das heilige Abendmahl. Der feierliche Gottesdienst, an welchem auch die Eltern und Angehörigen der Neucommunicanten sowie viele Freunde der Anstalt theilnahmen, wurde von den drei geistlichen Lehrern des Gymnasiums besorgt und denselben von dem Teistlichen Lehrer der hiesigen Stadtschule, Herrn Auth, welchem der Unterzeichnete hiemit nochmals seinen besonderen Dank ausspricht, die freundlichste Unter- stützung gewährt.