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folgen, und leuchten zu lassen im stillen Vorbild!— erder be- gleitet mich auf allen meinen Wegen, und öinet mir Aug und iertz zu sehn die schöne Natur, und in derselben zu fühlen— GCott. — O wie manche Freuden-Thräne in sanfter Entzükung die Brust voll süsser unaussprechlicher Gefühle schlich sich schon meine Wange herab am frühen Morgen oder beim Untergang der schönen Sonne.— Neues Leben, Neue Freude und neues Gefühl hat Herders Buch in mich ausgegossen— Heil Ihm, in Ewigkeit!— Ohne Zweifel hören Sie Herders Buch öfter und wärmer loben— hören Sie auch diess aus der Fiertzenfülle eines Unmündigen.—
Soviel und nichts Wichtigers weiss ich Ihnen zu schreiben— Womit ich denn auch hätte zu Hlause bleiben mögen— wenn ich
Ihre Liebe und Güte und Milde nicht kennte.— Was soll unser einer Ilhnen wohl sagen, dass Sie nicht schon 100 mal besser wissten und also ganz wohl entbehren könnten?—— ch siz in
einem Winkel den niemand als ein verirrter Wanderer findet, ent- fernt von allen die meine Seele liebet, seufz' 1Omal des Tages über Augen die nicht sehen und Ohren die nicht hören— muss mich eines sparsamen Briefwechsels statt persönlichen Umgangs, genügen, und—— was soll unser einer Ihnen da wohl schreiben!! Oft denk' ich des Tages an Sie, und mögt jede Freude und jedes Gute, das ich finde, hertzlich gern mit Ihnen teilen— und stell' mir dann auch etwas so in Gedanken vor, wies mir dann seyn werde, wenn ich mit lhnen und dem was Sie in Hertz und Seele haben näher bekannt, erleuchtet von Ihrem Licht und von Ihrem Feuer erwärmt, diess Licht und Feuer auch will der ausser mir, nach der Gaabe und Gelegenheit die Gott darreicht, ausbreiten werde.— Lavater! Sie sinds, die mich am ersten des Irthums gebahntem Pfad entrissen, und aufgeweckt und entzündet haben die Straalen, die aus der Ouelle alles Guten in jedes Menschenherz gesenkt sind—
Nun nichts mehr als— Leben Sie im Genuss Ihrer Freunde, und im innigen Gefühl der Güte Gottes ruhig und glücklich!— Ihre Kur dien' Ihnen zur festen Gesundheit, und dadurch vielen Menschen zum ewig reichen Segen! Kommen Sie bald wieder zu Ihren liebenden und Geliebten in Zürich, wo auch ich die Wonne zu geniessen hoffe, Ihr Antlitz zu sehen—
lch bin mit dem aufrichtigsten Herzen
Ewig Ihr Ergebenster Häfeli.


