Aufsatz 
Johann Georg Zimmermann und Johann Gottfried Herder nach bisher ungedruckten Briefen
Entstehung
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Minister, Herrn von Bremer, so fort mit; und dieser erwartete Sie, so wie ich, in den nachfolgenden Tagen jede Stunde.

Den 6. Februar gaben Sie mir Nachricht von dem herrlichen Ruffe nach Weimar durch Göthens gewaltige Hand bewirket, em- pfohlen mir aber das Stillschweigen. Ich wich indessen ierrn von Bremer aus, und hofte dass Sie ihm bald diese Nachricht selbst geben würden.

Den 14. Februar berichtete mir Frau von Löw dass Hierr Brandes an Herrn von Bremer habe wissen lassen dass Sie als General- Superintendent nach Weimar berufen seyen; dass Sie zwar den Ruf noch nicht angenommen haben, aber denselben annehmen werden, wenn man Ihre Bedinge genehmige.

Nun ward in mich gedrungen, ob ich nichts wisse, ob Sie mir nicht schreiben, ob, ob, ob? Auf alls dieses muss ich immer antworten nein, nein, nein.

Warum schreiben Sie mir doch kein Wort, lieber Herder. Warum setzen Sie mich nicht in den Stand dass ich mich vor Herrn von Bremer darf sehen lassen? Wissen Sie weiter nichts von Weimar, so sagen Sie mir doch dass Sie weiter nichts wissen. Insonderheit sagen Sie mir was ich dem Herrn von Bremer ant- worten soll, wenn er nach lhnen frägt? Gedenken Sie doch auch nur einen Augenblick welche Rolle Sie mich spielen machen.

Mir ist itzt auch bald in Absicht auf Weimar bange. Bey diesem schrecklichen Zögern ahndet mir als wenn auch da der Teufel wieder im Spiele wäre. Um Gottes willen reissen Sie mich aus der tödenden Ungewissheit?

J. G. Zimmermann.

Sie haben doch meinen Brief vom 7. Februar erhalten? lch habe vier gedruckte Bogen von Lentzens Soldaten, aber noch keine Dukaten. Aufschrift: An Herrn Herrn Consistorialrath Herder franco. in Bückeburg.

Vgl. die Anmerk. 2 zu Nr. 17. p. 360.Zimmermann hatte ihn (Herder) am 22.(Febr.) auf das dringendste beschworen, ihn doch vom Stande der Weimarer Angelegenheit zu unterrichten, damit er Red' und Antwort stehen könne.

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