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Einer meiner Briefe, der Auszüge aus einem Briefe Lavaters enthielt, wird doch nicht verloren seyn?
23. Dec. 1775.
Liebster Herder, mein heutiger Brief war schon auf der Post, als ich beyliegendes Billet von des Herrn Geheimen Rats von Bremer Excellentz erhielt.
Wenn es möglich ist, so kommen Sie doch hierher.
Ihre Geschichte macht mir einen empfindlichen Verdruss. vale.
J. G. Zimmermann. * 3. Hannover 11. Januar 1776.
Liebster Herder ich habe empfangen vor dem neuen Jahre Brief an Herrn G. Rath von Bremer, Abschrift Briefes an Herrn Brandes und ein Zeddelgen an mich. Nach dem neuen Jahre einen langen Brief an mich, ohne Datum wie es alle ihre Briefe aus einer mir unbegreiflichen Ursache sind.
Der Brief an Brandes herrlich! Seine Kaltblütigkeit war mir zum Aerger, indessen meynt es der Mann mit lhnen gut. Des- wegen schonen Sie ihn, weil er Ihnen gewiss nützlich ist. Sprechen aber immer mit ihm edel, und vergeben sich in nichts.
Unergründlicher unabsehlicher schwartzer Hinter- list ist, hohl mich der Teüfel, der Vorschlag zum Colloquio nicht. Es ist nicht Vorschlag der Theologischen Benets in Göt- tingen, die freilich Michaelis regiert, sondern Vorschlag unseres Ministerii das es gut mit Ihnen meynt, aber keinen andern Aus- weg wusste, um dem König ihre Orthodoxie zu beweisen.
Herr von Bremer hat mir aufgetragen Sie vor Gott und nach GCott zu bitten den Doctorhuth in Göttingen anzunehmen, versichert zu seyn dass es keine Falle ist, versichert zu seyn dass man den Theologen in Göttingen von hier aus befehlen wird sich manierlich dabey zu betragen, versichert zu seyn, dass Sie die dasigen Theologen mit ein paar guten Worten gantz ge- winnen werden, versichert zu seyn dass Ihre Ernennung zum Professor der Theologie die Folge dieses Colloquii seyn wird.
Zum schriftlichen Colloquio kann das Ministerium(sagt der Minister) seine Beystimmung nicht geben, ohne vorher den König dafür zu fragen. Geschieht dies, so wird der König verdriesslich, lässt die Sache liegen, und Freund Herder bleibt in Bückeburg.
Nun freilich(sage ich) dies alles thun— wofür? für eine Professorstelle in Göttingen. Das ärgert mich auch entsetzlich.


