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Das Königliche Ministerium hat die wiederhohlte Bitte an den König gelangen lassen, dass Sie zum Professor der Theologie in Göttingen ernannt werden möchten. Das Zeugnis der theologischen Facultät in Göttingen war diesem Schreiben beygeleget, und zu- gleich gesagt, dass wenn dem Könige noch Zweifel in absicht auf ihre Orthodoxie übrig bleiben, so können dieselben leicht durch das hier zu Lande nach der förmlichen Erwählung zu einem kirch- lichen Amte noch übliche Colloquium mit den Amtsbrüdern ge- hoben werden.
Den 15. December kam die Antwort des Königs hier an, nach welcher Sie noch nicht zum Professor gemacht worden sind, aber hingegen zu einem Colloquio mit der theologischen Fäcultät in Göttingen vorerst aufgefordert werden. Diese Nachricht hat ihren eifrigen Hertzensfreund den Herrn Geheimen Rath von Bremer, Seine Gemahlin, die Frau Oberkammerherrin von Löw, Ferrn Hiof- rath Brandes, und mich äusserst betrübet. Ich sagte, an ihrer Stelle würde ich es dem Teufel überlassen, Professor in der Theo- logie in Göttingen zu seyn, aber an meiner Stelle werde ich alles anwenden um Sie, liebster Herder, zu bereden, dass Sie dem Teufel den Sieg aus den Händen winden, das alles thun was nöthig ist um doch noch Professor der Theologie in Göttingen zu werden.
Zu diesem Zwecke hat mich der Herr Geheime Rath von Bremer heute frühe zu sich rufen lassen. Dieser Herr liebt Sie wie sein Leben, und er hat mir aufgetragen Ihnen zu schreiben, und alles zu versuchen um Sie zu gewinnen. Das Colloquium ist für Herrn von Bremer, mit recht, eine Aergernis. Um also diese Last Ihnen sanfter zu machen schlägt er Ihnen vor, nach des Herrn Hofrath Brandes Einfall, Doctor der Theologie in Göttingen zu werden. Dieses kostet viel, erwiederte ich, und wenn Herder Professor wäre, so erhielte er es umsonst. Allerdings sagte der Minister; aber ich will eifrigst dafür sorgen dass in der Folge alle Kosten dem Herrn Herder erstattet werden; und ich bin gewiss dass er Professor wird, wenn ihn nur erst die Orthodoxen Theologen zum Doctor gemacht haben.
Sodann ging ich zur Frau Oberkammerherrin von Löw. Diese einsichtsvolle herrliche Dame bat mich, so wie ierr von Bremer, alles anzuwenden, dass Sie sogleich als das Schreiben des Minis- terii in Bückeburg angekommen seyn würde zu uns nach Hannover zu kommen.
Sodann ging ich, ohne dass es jemand wusste, zu Herrn Hof- raht Brandes, um ihm zu dancken dass er den Vorschlag wegen


