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durch die Weimarer Aussicht aufgegebene Berufung nach Göttingen wurde von Zimmermann mit entschiedenster Ausdauer und klarster alle Gelegenheiten erspähender Umsicht betrieben.“ Betrachten wir aber den letzten grösseren Abschnitt dieser Vorrede, so wird Zimmermann in einer Weise geschildert, wie es der opferfreudige Sinn dieses Mannes Herder gegenüber nicht gerechtfertigt er- scheinen lässt.
Wenn wir selbst davon absehen, dass Düntzer eine grössere Anzahl Briefe überhaupt nicht abgedruckt hat, obwohl deren Wich- tigkeit ihm bekannt sein musste, so ist doch keineswegs zu ent- schuldigen, dass in fast allen von ihm veröffentlichten Briefen mehr oder minder umfangreiche Stellen nicht aufgenommen worden sind, obwohl sie, oder vielleicht gerade, weil sie zu Gunsten Zimmer- manns sprechen. Diese für Herders und Zimmermanns Wesen so wichtigen Stellen können leider hier nicht alle aufgeführi werden; dies muss einem genauen Abdruck sämtlicher Briefe vorbehalten bleiben.
Ein Freund, der mit solch grosser Hingebung, mit solch edler Begeisterung für die Sache seines Freundes eingetreten ist und diese unter schwierigen Verhältnissen durchgefochten hat, musste auch das Recht haben, eben diesem Freunde unverhohlen zu sagen, was er an ihm nicht billigen konnte. Zimmermann betrachtete dies Recht als heilige Freundespflicht und übte sie stets in Aus- drücken, die ihm in keinem einzigen Falle zum Vorwurfe gereichen können.
Warum hat nun Düntzer fast alle die Stellen nicht abgedruckt, in denen Zimmermann diese Freundespflicht erfüllte? Die Antwort auf diese Frage ergeben die unten stehenden Briefe.
In der Vorrede zu Goethes Briefen an ferder(B. I, S. 8) sagt Düntzer:„Seinen unfruchtbaren Bückeburger Kreis zu verlassen und sich eine Stellung zu gewinnen, wo er den Eingebungen seines Geistes ganz folgen und des innigsten Zusammenlebens mit der Geliebten seiner Seele geniessen könne, war jetzt Hlerders ganzes Streben, woher er gern auf die von Göttingen aus ihm angebotene Professur einging— aber die schon ganz gesichert scheinende Berufung scheiterte an der Erbärmlichkeit seiner hinterlistigen Gegner.“ Nur daran?
Herder hatte sich, allerdings auf Heynes Rat, um diese Stelle in Göttingen beworben. Darauf war ihm von dem Vertreter der Göttinger Universitätsangelegenheiten, dem Hofrat Brandes in Hannover, eine höchst freundliche und verheissungsvolle Antwort


