Aufsatz 
Nur das Christentum führt zu wahrer Humanität / vom ... Ballerstedt
Entstehung
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Und wer kennte nicht ſein ſchneidendes Wort:Wer Vater oder Mutter mehr liebt, denn mich, der iſt meiner nicht werth; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt, denn mich, der iſt meiner nicht werth!«(Matth. 10, 37. Matth. 8, 21 u. 22. Lucas 11, 27 u. 28.) Der in rein menſch⸗ lichem Verlangen nach Liebe den Freund umſchlingt(Joh. 13, 23), der in ſo rührender Theil nahme und Freude die Kinder zu ſich ruft und ſie herzt und ſegnet(Marc. 18, 16), der in ſo rein natürlichem Bedürfniſſe nach Troſt und Halt auch bei den Menſchen im bittern Todesringen in Geth⸗ ſemane ſeine Jünger bittet:»Bleibet bei mir und wachet mit mir!« der weiß es auch in lichteſter Klar⸗ heit und ſiegesgewiſſer Zuverſicht, daß er die Fülle des wahren Lebens der ganzen Menſchheit in ſich trägt, aus der ſchöpfend und von der Gnade um Gnade nehmend, und durch die ihr ganzes Le⸗ men mehr und mehr verklärend, die Menſchheit ihre Beſtimmung allein erreichen könne.»Ich bin der Weinſtock und ihr ſeid die Reben und ohne mich könnet ihr nichts thun!« ſpricht er zu ſeinen Jüngern (Joh. 15).Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolget, der wird nicht wandeln in Finſterniß, ſondern wird das Licht des Lebens haben!«(Joh. 8, 12.)»Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben! Niemand kommt zum Vater, denn durch mich!«(Joh. 14, 6.)»Ich bin das lebendige Brod vom Himmel gekommen!,(Joh. 6, 51.)Ich bin die Auferſtehung und das Leben; wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich ſtürbe, und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmer⸗ mehr ſterben!«(Joh. 11, 25 u. 26) ruft er in die Welt hinaus; und Jahrtauſende haben die Wahr heit dieſes Worts bewährt, und Jahrtauſende werden ſie bewähren bis an's Ende der Tage. Wer ihn, den Heiland der Welt, aufnimmt, dem giebt er Macht, Gottes Kind zu werden; der iſt nicht vom Geblüte noch von dem Willen des Fleiſches, noch von dem Willen eines Mannes, ſondern der iſt von Gott geboren!«(Jeh. 1, 12, 13.) Ja, in dieſem Jeſus Chriſtus iſt das Wort Fleiſch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben ſeine Herrlichkeit geſehn, eine Herrlichkeit des eingeborenen Sohnes Gottes vom Vater voller Gnade und Wahrheit(Joh. 1, 14). Wie iſt doch dieſer Jeſus Chri⸗ ſtus ſo völlig und ganz und gar Menſch, daß er auch verſucht iſt, gleich wie wir(Matth. 4, 1 11), und allenthalben und oftmals verſucht iſt(Luc. 4, 13. Hebr. 4, 15); daß er auch durch Leiden vollendet werden mußte, und durch Leiden Gehorſam lernte, gleich wie wir(Hebr. 2, 10. 5,8); daß er in den Tagen ſeines Fleiſches auch Gebet und Flehen mit ſtarkem Geſchrei und Thränen opfern mußte, gleich wie wir(Hebr. 5 7. Joh. 12, 27. Lucas 12, 49, 50. Matth. 26, 37 46). Und wie iſt doch dieſer Jeſus Chriſtus ſo völlig Eins mit Gott(Joh. 10, 30. 14,9), ſo völlig Eins in Allem, worin der Menſch mit dem unendlichen Gotte Eins ſein kann(Joh. 14, 28. Matth. 20, 23. Marc. 13,32); wie iſt es doch wirklich in jedem Augenblicke ſeines Lebens ſeine Speiſe, ſeine reinſte Befriedigung und Seligkeit, zu thun den Willen ſeines Vaters und zu vollenden ſein Werk!(Joh. 4, 34.) Wie iſt doch eben deshalb dieſer Jeſus Chriſtus der vollendete, volljlommene Gottesmenſch, der ſich Eins weiß mit dem ewigen Ideal der Menſchheit und deshalb mit göttlicher Hoheit ſagen kann: Ehe denn Abraham ward, bin ich!(Joh. 8, 56. vergl. 1 Cor. 10, 4), und ich bin bei euch alle Tage bis an ider Welt Ende(Matth. 28, 20); der heraustritt aus der Reihe aller übrigen Menſchen als der einzige Sündloſe in Kraft vollendeter Gottesliebe(Hebr. 4, 15. Joh. 10, 46), und der ſich dennoch mit der ganzen Menſchheit ſo innig und weſentlich einig fühlt, daß er jeden Becher Waſſers, mit dem ein Menſch den Durſt des geringſten ſeiner Brüder ſtillt, als ihm ſelber gereicht betrachtet(Matth. 10, 42. 25, 34 46); ſo innig und weſentlich Eins, daß er in ſeinem hohenprieſterlichen Gebete im ſicheren Vorausſchaun des einſtigen, vollendeten Sieges ſeines Geiſtes in der Menſchheit ſpricht:»Ich habe ih⸗ nen gegeben die Herrlichkeit, die du mir gegeben haſt, daß ſie eins ſeien, gleichwie wir eins ſind; ich in ihnen und du in mir, auf daß ſie vollkommen ſeien in eins, und die Welt erkenne, daß du mich ge⸗