Aufsatz 
Die Gruppe von San Ildefonso / von Bogler
Entstehung
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(elwoves) erwähnt Pausanias ¹⁷) nach einer Relief-Darstellung im Heräum zu Argos, auf der beide Brüder, den Wagen der Mutter ziehend, abgebildet waren. Eine solche befand sich auch im Tempel der Apollonis zu Kyzikos, dessen Reliefs(Geτννοππσν‿ᷣeæ) in zahlreichen mythologischen und historischen Gruppen Beispiele von Pietät der Söhne ge- gen ihre Mütter enthielten ¹18). Auch Statuen(e*lxoves) mit der tebennus, dem priester- lichen Gewande, das auch die persischen Könige trugen, bekleidet, werden in Argos erwähnt ¹⁹). Die verschiedenartige Auffassung und Darstellung dieses Stoffes war natürlich durch das Mate- rial bedingt, und schwerlich dürfen wir an ein statuarisches Werk denken, in welchem die Brüder, den Wagen der Mutter ziehend, vorgestellt gewesen wären.

Es würde zu weit führen, wollte ich eine Deutung dieser Sage, die ursprünglich wohl ein argolischer Mythus ist, mit welchem sich später vielleicht einzelne Züge einer wirklichen Begebenheit vermischten, versuchen. Ich kann nur darauf hinweisen, dass jene beiden Brüder wahrscheinlich als Dämonen des Schlafes und Todes aufzufassen sind. Denn ihre Mutter Kydippe oder Theano ist, wie Jo in Argos, Priesterin und Göttin selbst ²⁰); möge man sie sich nun als die in den Todesschlaf einwiegende Here Prosymnäa, die Göttin der Unterwelt und Nacht denken, deren Söhne Schlaf und Tod) auch auf dem Kasten des Kypselos im Tempel der Juno zu Flis in den Armen ihrer Mutter schlum- mern ²¹²), oder sie, wie Furtwängler ²⁹), als Mondgöttin Jo auffassen:»ihre Fahrt in den Tempel ist ihre Emporfahrt am Himmel; Kleobis und Biton sind Hermes als Morgen- und Abendstern; ihr Schlummer im Tempel ist ihr Wirken am nächtlichen Sternenhimmel, ihr Tod am Morgen, ihr Erlöschen mit dem Beginn des Tages;« eine Erklärung, mit der auch die oben

17) II, 20.

¹18) C. O. Müller H. d. A. d. K.§. 157. Antholog. Palat. III, 18. 2 3

1⁰) Pollux VII, 61. mit Heringa's Verbesserung, Observ. cap. III. p. 29, Sq: Ter 0νπόχέ‧ vijßevνν τ⁴s uενν εανν πμνκ Broοa zal KA4ouν eizdvas&v Moyee gobei aæoPl.

) Diese Statuen scheinen von den Reliefs die Paus. I. 1.&rrεO+αόέμ ⁷εέι¶ ⁴⁵ᷣl̈ιις

Blrc erwähnt, verschieden zu sein.

2²⁰) Wie auch Iphigenia Priesterin der Artemis, und Artemis selbst, die zu Hermione einen Tempel hatte, Pausan. XI, 35, 2. Greuzer, Symbolik III, p. 239. Böttiger, K. M. lI, 281. Furt⸗ waengler, die Idee des Todes in den Mythen und Kunstdenkmälern der Griechen. Freiburg 1855 p. 305.

²1) Hesiod Theogon. 212, 756 fl. 1 4

24) Pausan. V, 18. Der Eine dieser Knaben war weiss, der Andere schwarz. Sollten nicht auch jene zwei beflügelten, gleichfalls weiss und schwarzen Todesgenien auf dem Fries des etrurischen Grabes zu Tarquinii, welche einen Wagen ziehen, auf dem eine verhüllte weibliche Person sitzt, eine hierher gehörige, verwandte Idee darstellen? Vgl. C. O. Müller D. a. K. I, 336. Gugel und Caspar Denkmäler der Kunst I, Taf. XV, 15.

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