Aufsatz 
Beitrag zur Kenntniss der Fische der unteren Maingegend / von Oskar Böttger
Entstehung
Einzelbild herunterladen

29

Der Karpfen scheint in der Freiheit ausserordentlich schnell zu wachsen. So waren in Frankfurt vor mehreren Jahren Fischkasten, in denen 1 ½ pfündige Karpfen lagen, beim Eisgang zertrümmert worden und die Fische verloren gegangen. Im nächsten Frühjahr wurden einzelne von diesen Stücken im Gewicht von 2 ½ 3 Pfd. wiedergefangen(Kretzer).

Besitzt drei Paar Gehörsteine, zwei Paar im Gehörsack und ein Paar im Vorhof.

8) Carassius vulgaris Nils., Karausche(Karutsche, Giebel). Eben- falls selten im Main, häufiger bei Dettingen; die var. gibelio höchst selten(Kretzer). Fünf Exemplare untersucht.

Zahnf.: 4 4; Zähne oft ziemlich leicht befestigt.

Drei Paar Gehörsteine wie beim Karpfen; die sagitta liegt mit ihrer Spitze nach vorn etwas vor dem asteriscus innen und unten im Sacke.

9) Tinca vulgaris Cuov.(Schleihe), 2 Exemplare aus dem Main.

Flossenf.: D. 3/9, A. 3,7.

Zahnf.: 5,(5) 4.

Drei Paar Otolithen nachgewiesen; zwei Paar im Sack, ein Paar im Vorhof.

10) Barbus fluviatilis Ag.(Barbe). Sehr häufig im Main.

Bis jetzt nur ein Exemplar untersucht, bei dem ich nur ein Paar Otolithen auffinden konnte.

11) Gobio fluoiatilis Cuv., Gründling(Krasse). Sehr häufig, beson- ders an den Stellen im Main dicht an der Stadt, die durch Mauern ein- geengt sind. Im Aquarium sind diese Fischchen sehr träge, liegen meist auf dem Boden und sterben bald ab. Untersucht wurden zwölf Exempl. Vier jüngere Stücke zeigten sehr schön die Zeichnung auf der Seiten- linie, welche aus 7 8 scharf abgegränzten, schwarzbraunen, rundlichen Makeln besteht.

Flossenf.: D. 3/7, P. 1/14 15, V. 2/7, A. 2/6, C. 19.

Zahnf.: meist 3,5 5,3; oft mit accessorischen Zähnen: 3,5,(1 2) (13), 5,3; je einmal 3,5 5,2 und 3,4(1), 5,3.

Trotz genauer Untersuchung habe ich beim Gründling nur zwei Paar Otolithen, das eine im Vorhof, das andre im Sack gefunden, und scheint demnach die sagitta diesem Fische gänzlich zu fehlen.

12) Fehodeus amarus Bl., Bitterling. Neun Stück aus dem Main; kommt auch in der Nidda vor. Wird in neuerer Zeit viel in Aquarien gehalten und ist selbst in kleinen Gläsern recht dauerhaft.

Flossenf.: D. 3/9 10, A 3/9.

Zahnf.: 5,(1)(1), 5; nur bei einem jungen Exemplar 5,(2)(3), 5. Den eingeschobenen accessorischen Zahn bemerkte ich stets zwischen dem obersten und zweiten Schlundzahne.

Ich habe bei diesem schönen Fischchen, dessen Flossen, mit Aus- nahme der Brust- und Schwanzflossen, zur Laichzeit fein tiefschwarz ge- säumt sind 3 Paar Otolithen, ein Paar im Vorhof, die beiden andern im Sack nachweisen können. Die sagitta liegt an derselben Stelle wie bei den meisten andern Cyprinoiden.

13) Abramis brama L., Brachsen(Bresem). Zwei Exemplare aus dem Main.