Aufsatz 
Ueber die Notwendigkeit, unsere Schüler von vornherein zu einer korrekten Aussprache des Lateinischen anzuleiten / Amelung
Entstehung
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3. Revisionen und Prüfungen.

Am 14. September 1903 fand im Auftrage des Herrn Ministers eine Revision des Zeichenunterrichts der Anstalt durch Herrn Maler Jung aus Berlin statt.

Der Provinzial-Schulrat, Herr Geh. Regierungsrat Dr. Paehler wohnte am 24. Februar 1904 dem Unterricht der im Laufe des Schuljahres neu in das Kollegium eingetretenen Lehrer bei.

Der Anstalt wurde Frl. Hermine Lamaczeck aus Camberg zur Ablegung der Schluss- prüfung überwiesen. Die schriftliche Prüfung wurde zwischen dem 30. April und 5. Mai, die mündliche am 8. Mai abgehalten. Auf Grund des Ergebnisses wurde ihr die Reife für die Ober- sekunda eines Realgymnasiums zuerkannt.

Der schriſtlichen Reifeprüfung des Gymnasiums, welche am 4., 5., 6., 8. und 9. Februar abgehalten wurde, unterzogen sich 7 Schüler der Oberprima. Die mündliche Prüfung fand am 22. Februar unter dem Vorsitz des Provinzialschulrats Herrn Geh. Regierungsrats Dr. Paehler statt. Ein Abiturient war vor Beginn derselben von der Anstalt abgemeldet worden, die übrigen 6 bestanden die Prüfung, darunter 2, Fachinger und Schuhmacher, unter Befreiung von der mündlichen Prüfung.

Die 5 Schüler der Untersekunda des Realgymnasiums bestanden die am 12. März unter dem Vorsitz des Unterzeichneten abgehaltene Schlussprüfung.

4. Ferien und schulfreie Tage.

Die ordnungsmässigen Ferien waren in diesem Jahre:

a) Pfingstferien vom 31. Mai bis 8. Juni,

b) Sommerferien vom 19. Juli bis 17. August,

c) Herbstferien vom 4. Oktober bis 14. Oktober,

d) Weihnachtsferien vom 24. Dezember bis 6. Januar 1904.

Das laufende Schuljahr schliesst Samstag, den 26. März.

Der Nachmittagsunterricht fiel aus am 3. Juli wegen Hitze; am 29. September wegen des Dietkircher Marktes und am 16. Februar der Fastnacht wegen. Am 15. September wurde den Schülern wegen des in der Nähe von Limburg stattfindenden Manövers des XVIII. Armeekorps freigegeben, ebenso am 12. November von 10 Uhr Morgens an wegen der Urwahlen zum Abgeordnetenhause.

5. Schulfeste und öffentliche Veranstaltungen der Schule.

Am 21. April wurde das neue Schuljahr mit Gottesdienst und einer darauffolgenden Schulfeier in der Aula eröffnet. Eine ähnliche Feier fand am 16. Oktober zur Eröffnung des Winterhalbjahres statt.

Am 1. Mai wurden die ersten Abiturienten des Gymnasiums mit einer kleinen Feier in

der Aula, bei der der Abiturient Engel einen Vortrag hielt über das Thema: Was verdanken wir der Schule? durch den Unterzeichneten entlassen.

Die Schule veranstaltete am 10. Mai im Saale der»Alten Post« eine grössere Fest- lichkeit zur Feier der Anerkennung des Gymnasiums und zur Weihe der von dem ver- storbenen Kuratoriumsmitglied Stierstädter gestifteten Schulfahne. Hiesige Damen hatten in dankenswerter Weise einen Betrag von 223 Mk. zur Beschaffung einer Fahnenschleife und zur Veranstaltung des Festes gestiftet. Unter Mitwirkung des Gesangvereins»Liedertafel« und einiger Solisten wurde das Lied von der Glocke, komponiert von Romberg, sowie einige kleinere Gesänge zum Vortrag gebracht. Den von Oberlehrer Dr. Jöris gedichteten Weihe- spruch für die neue Fahne trug Fräulein Hartman von hier vor, und die Festrede wurde von dem Unterzeichneten gehalten. An die offizielle Feier schloss sich noch ein gemütliches Zusammensein mit Tanz.