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Die üblichen Schulausflüge wurden am 23. Juni von den einzelnen Klassen in die nähere und entferntere Umgebung Limburgs ausgeführt. Sie nahmen alle einen vom Wetter be- günstigten, ungestörten Verlauf.
Der Sedantag wurde am 2. September von der Schule durch ein Turnfest auf der Schaumburg gefeiert. Ungefähr 600 Personen aus allen Schichten der hiesigen Bevölkerung nahmen daran teil. Es bestand in Schau- und Wettturnen, Absingen patriotischer Lieder, einer Ansprache des Unterzeichneten über die Bedeutung des Sedanfestes für die Schule und Verteilung der Preise an die Sieger im Wettturnen.
Am 16. Dezember hielt der Lektor der franzésischen Sprache an der Universität Giessen, Dr. Götschy, für die Schüler der mittleren und oberen Klassen unserer Anstalt eine französische Vorlesung nebst einem Vortrag über Paris. An dieser Veranstaltung beteiligten sich auch die Zöglingedes Kadettenhauses Oranienstein, einige Klassen der Diezer Realschule, sowie Herren und Damen aus Limburg und Umgebung.
Der Festaktus zur Feier des Allerhöchsten Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs wurde am 27. Januar in der Aula abgehalten. Der Unterprimaner Walter Settegast hielt einen Vortrag über Theodor Körner als Sänger und Held, und Oberlehrer Dr. Schichtel sprach in der Festrede über die deutschen Kolonien. Zum Schlusse wurde dem Ober- sekundaner Joseph Kauter die von Sr. Majestät gestiftete Prämie Wislicenus:„Deutschlands Seemacht sonst und jetzt“ überreicht.
Der Geburts- und Todestage der beiden dahingeschiedenen Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III. wurde in den einzelnen Klassen in entsprechender Weise gedacht.
Zu den in diesem Winter wiederum veranstalteten populär-wissenschaftlichen Vorträgen im Saale der Alten Post hatten die Schüler der oberen Klassen unentgeltlich Zutritt.
6. Gesundheitszustand und Todesfälle.
Am 2. August starb ein braver und strebsamer Schüler, Heinrich Kübler aus Staffel an Gehirntuberkulose. Da das Ereignis in die Sommerferien fiel, konnte die Schule sich nicht offiziell an der Beerdigung beteiligen. Der stellvertretende Direktor. Oberlehrer Schulte, und etwa 45 Schüler gaben dem Verblichenen das letzte Geleite Er ruhe in Frieden!
Abgesehen von der in Abs. 2 erwähnten schweren Erkrankung des Oberlehrers Dr. Klapprott und einem längeren Leiden des Oberlehrers Dr. Rudolph infolge eines in der Schule erlittenen Unfalles, war der Gesundheitszustand von Lehrern und Schülern in dem ab- gelaufenen Schuljahr ein ziemlich befriedigender, so dass längere Vertretungen einzelner Lehrer nicht erforderlich waren.


