Aufsatz 
Ueber die Notwendigkeit, unsere Schüler von vornherein zu einer korrekten Aussprache des Lateinischen anzuleiten / Amelung
Entstehung
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Dr. Schichtel*), bis dahin Oberlehrer an der Kaiserl. Oberrealschule in Metz und Dr. Amelung zur Fortsetzung seines Probejahres und kommissarischen Verwaltung der etatsmässigen Hülfs- lehrerstelle. Oberlehrer Dr. Rudolph trat mit dem gleichen Termin nach Ablauf seines halb- jährigen Urlaubs den Dienst wieder an.

Am 1. juli trat der Lehrer Rupin, der seit dem 1. August 1885 mit voller Hingebung und gutem Erfolg an der Anstalt tätig gewesen war, wegen andauernder Kränklichkeit in den Ruhestand. Aus diesem Anlass verlieh ihm Se. Majestät den Kronenorden IV. Klasse. An der Schale werden seine Verdienste, die er sich besonders um das Turnwesen erworben hat, unvergessen bleiben. Möge ihm noch ein langer, glücklicher Lebensabend beschieden sein. An seine Stelle trat mit dem gleichen Termin Lehrer Hehl**), der schon seit 1. August 1902 den beurlaubten Lehrer Rupin vertreten hatte.

Mit Genehmigung des Herrn Ministers wurde der bisherige kommissarische katholische Religionslehrer, Beneficiat Fliegel***), zum 1. Oktober 1903 als Oberlehrer und katholischer Religionslehrer definitiv angestellt.

Am 2. September 1903 erkrankte plõötzlich der Oberlehrer Dr. Klapprott sehr schwer, so dass sofortige Beurlaubung und Vertretung erforderlich wurde. Bis zum Schlusse des Sommerhalbjahres vertrat ihn das Lehrerkollegium, da aber weitere Beurlaubung für das ganze Winterhalbjahr erfolgte, überwies das Königl. Provinzial-Schulkollegium der Anstalt für diese Zeit den Kandidaten Bieber zur Fortsetzung seines Probejahres und kommissarischen Beschäftigung.

Auch die Schuldienerstelle wurde wieder endgültig besetzt, indem der seitherige Ver- walter dieser Stelle, Feldwebel Gombel vom 88. Inf.-Reg, von dem Kuratorium zum Schul- diener vom 1. Oktober 1903 ab gewählt und von der Behörde als solcher bestätigt wurde.

An Ferienkursen nahmen im letzten Schuljahre teil: 1. Professor Michel, 16.23. April, an dem archäolischen Ferienkursus in Berlin;

2. Oberlehrer Dr. Jöris, 2. 10. Juni an dem archäologischen Ferienkursus in Bonn und Trier;

3. Wissensch. Hülfslehrer Dr. Amelung, 12. 24. Oktober, an dem französischen Fort- bildungskursus in Frankfurt a M.;

4. Zeichenlehrer Assmann, 3. 6. Febr., an dem Kursus für Zeichenlehrer in Berlin

*) Dr. phil. Carl Schichtel wurde geboren am 1. April 1859 zu Idstein im Taunus, absolvierte das Real- gymnasium zu Wiesbaden, studierte in München und Strassburg Naturwissenschaften und Geographie, genügte in Strassburg seiner Militärdienstpflicht, warx vor und während seiner Universitätszeit 6 Jahre in Privat- stellungen als Lehrer tätig, unterrichtete von 1891 bis 1900 am Lehrerseminar zu Oberehnheim im Elsass und von 1900 bis 1903 an der Oberrealschule zu Metz Mathematik, Naturwissenschaften und Geographie und siedelte am 1. April 1903 nach Limburg über.

**) Heinrich Hehl geb. zu Niederreifenberg am 29. September 1867, besuchte das Kaiser Wilhelms- Gymnasium zu Montabaur und darauf das Kgl. Lehrerseminar daselbst. Während seiner Anstellung in Holz- hausen a. Haide legte er 1892 seine praktische Prüfung in Montabaur ab, besuchte dann die Centralturnlehrer- bildungsanstalt zu Berlin, war dann 3 Jahre in Schlangenbad und 2 Jahre in Hattersheim tätig. Vom 25. August 1902 an übernahm er zunächst vertretungsweise die Stelle des erkrankten Turnlehrers Rupin und wurde mit dem 1. Juli 1903 als Lehrer am hiesigen Gymnasium angestellt.

***) Joseph Fliegel, geb. am 4. Januar 1872 zu Camberg, Reg.-Bez. Wiesbaden, besuchte das Kaiser Wilhelms-Gymnasium zu Montabaur, welches er Ostern 1891 mit dem Zeugnis der Reife verliess. Er studierte darauf Philosophie und Theologie an den Hochschulen zu Würzburg und Innsbruck, trat Ostern 1896 in das Priesterseminar zu Limburg ein und empfing am 29. August desselben Jahres die Priesterweihe. Bis Ostern 1897 wirkte er als Kaplan in Höchst a. Main, später als geistlicher Rektor am Pensionat St. Antonius in Godesberg a. Rhein und widmete sich von Ostern 1897 bis Herbst 1899 an der Universität Bonn dem Studium der Germanistik, Geschichte und der französischen Sprache. Darauf war er als Beneficiat zu Camberg in der Seelsorge tätig und unterrichtete gleichzeitig an der dortigen höheren Privat-Knabenschule, deren Leitung er Ostern 1901 übernahm. Unter dem 1. August 1902 wurde er als kommissarischer katholischer Religionslehrer an das hiesige Gymnasium und Realprogymnasium berufen. bestand am 23. Mai 1903 die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen und wurde am 1. Oktober v. J. zum Oberlehrer ernannt.