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schnell zusammenzubringen. Auf diese Weise werden an geeigneten Stellen immer eine Anzahl von Vokabeln wiederholt und bleiben mit der richtigen Aussprache im Gedächtnis haften.
Es folgen nunmehr die häufigsten Unarten, die sich durch nachlässige Gewohnheit ziemlich fest in die Aussprache des Lateinischen eingeschlichen haben und sich mit grosser Beharrlichkeit fortpflanzen. Es kann sich hier natürlich nur um die Aufzählung der bekanntesten Fälle handeln, die man leicht vervielfältigen kann. Auf Vollständigkeit machen die folgenden Beispiele nicht den geringsten Anspruch, es kommt nur darauf an, zu zeigen, wo und wie gleich im Anfang des lateinischen Unterrichts das Uebel bekämpft werden muss. Bei der Durchsicht der von mir aufgezählten bekanntesten Verstösse gegen die korrekte Aussprache wird jedem Leser ohne weiteres klar werden, wie durch diese eingerissene Nachlässigkeit das Verständnis der Wortbildung, das Gefühl für die Wortzusammensetzung, besonders für die Erkenntnis vieler verba composita und simplicia völlig getrübt wird, wie aber dem klaren Verständnis eines lateinischen Dichters und dem Erlangen irgendwelcher Sicherheit im Lesen von Versen durch die übliche Gewohnheit lateinisch zu sprechen, geradezu mit Konsequenz entgegen gearbeitet wird.
Ich fange mit der a-Deklination an. Dass bei der I. Deklination trotz aller Ermahnung der gebräuchlichsten Lehrbücher die Unsitte herrscht, im Nom sing. coronà statt coronäâ zu sprechen, ist Unfug. Dass ein Lehrer des Lateinischen auch den Grund dieser Verschieden- heit der Aussprache des àä von terrà im Gegensatz zum griechischen choràa weiss, sollte man eigentlich als selbstverständlich annehmen; aber der gegenwärtige Stand sprachlicher Erkenntnis mahnt zur Vorsicht. Doch es ist hier nicht der Ort, das zu wiederholen, was das erste beste wissenschaftliche Lehrbuch der lateinischen Sprache, ja schon die lateinische Metrik einem jeden, der lernen will, bietet. Gleich im Anfang muss man der Endung is im Dat. und Abl. Plur. servis die Endung is im Gen. sing. oratoris entgegenstellen und von den Schülern selbst aähnliche Zusammenstellungen machen lassen. Die Endung des Nom. im Neutr. plur. à ist überall kurz, worauf auch im griechischen Unterricht zu verweisen ist. Ebenso ist im Nom. sing. des Femin. der Adjektiva dreier Endungen nach der II. Dekl. das à kurz: caraâ, analog dem àâ der Substantive im Nom. sing. der I. Dekl. Im Abl. sing. der III. Dekl. ist auf kurzes zu achten. Recht wird überall die Quantität der vorletzten Silbe ausgesprochen in milltis, corpôris, nominis, tempõris, vulnêéris, opéris u. a. m. Wie ist es nur möxlich, dass ein Lehrer die grundfalsche Aussprache der drittletzten Silbe im Dat. und Abl. plur. dieser Wörter dulden kann. Da lässt man ruhig militibus, corpôribus, nominibus, temporibus, vulnéribus, operibus u. dergl. sprechen. Wie verkehrt diese Aussprache ist, erkennt man am besten, wenn man zu den so gesprochenen militibus, corpõribus und ähnlichen sich den Genet. sing. bilden lassen würde: er könnte nur militis, corpôris lauten. Die notwendige Folge einer so grundverkehrten Aussprache zeigt sich später beim Lesen von Versen. Stets wird man bei den Schülern die durch eine solche Aussprache gepflegte Neigung verspüren, nun auch im Verse milftibus statt militibüs, corpõribus statt des richtigen cörpöribus etc. zu lesen. Nur sehr schwer wird sich später dieser Hang zu falscher Betonung im Verse ausrotten lassen. Das entgegengesetzte Unrecht, dass eine Länge als Kürze behandelt wird, erleidet wohl kein Wort häufiger als das im Lateinischen nicht gerade seltene Wort milites. Mit gewohnter Nachlässigkeit wird milites gesprochen. Bei den Adjektiven nach der III. Deklination erwähne ich die Inkonsequenz, welche darin liegt, richtig zu sprechen céleber, célébris, célebre, dagegen falsch celebria, celébrium. Ueber Fehler in der Aussprache von sapiens und vehemens etc. (siehe Seite 9). Auf Unarten, wie sie bei der V. Deklination gehört werden in diès fidés, ja auch noch rés(!) etc. statt dies, fides, rés u. a., ferner rei stat réi, spei statt spéi kann ich hier nicht weiter eingehen. Dass eine solche Aussprache jede richtige Vorstellung von der Bildung der übrigen Kasus illusorisch macht, liegt auf der Hand. Aus dem Gebiete der Komparation erwähne ich das meistens gehörte mäximus statt mäximus; der Schüler muss sofort wissen, dass mäximus nichts anderes ist als mag-simus von mãg-nus. Der umgekehrte Fehler findet sich in minor, minimus statt minor, minimus.


