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hierauf ist zu antworten: die Alten sind in der Sprache keine Gesetzgeber, und ihre Bemerkungen und Aussprüche ver- pflichten uns keinesweges, etwas anzunehmen, was gegen die Sache selbst ist: auch ist jene Eigenheit nur eine schein- bare, und es ist nicht gut abzusehen, warum man das Im, perfectum bald als Optativus(freilich nothgedrungen), bald als Conjunctivus behandelt, ohne sich bestimmtrfür das eine, oder das andere zu erklären; ferner kann Vossius, da er den Optativus nur in der alteu beschränkten Bedeutung des Wünschens nimmt 1⁰), umsoweniger als Auctorität hier gel- ten. Man köante sich übrigens noch in letzter Instanz auf die romanischen, und auch auf die Deutsche Sprache beru- fen wollen; allein die Grammatik der Lateinischen Töchter- sprachen ist in diesem Puncte noch nicht kritisch behandelt, wie auch die Grammatiken beweisen 1I1), und die Deutsche Sprache kann hier durchaus nicht entscheiden, da sie ein ganz besonderes System befolgt. Mit Recht muſs man sich also wundern, dals auf der einen Seite von den Vertheidigern des Griechischen Ursprungs der Tochter mehr Tenugollon
10) Gr. Lat. Ausg. v. 1707. p. 92 vergl. Grotefend 1. t 68. Anm. 11) Fernow ltal. Sprachl. Th. 1. 241. Mozin Franz. Sprachl.§. 516. Sanddys Span. Gramm. S. 45. Wagner J. A. Portug. Spr. S. u213
Wachsmuth Diss. de weup Gram. L. Gall. et Ital. c. matre La- tina(Serv. 1811. 4.) p. 17. Aldrete in del Origen de 15 lengua Castellana Madr. 1674. 1. 11. c. 19. f. 61 rechnet die Formen dmasse und amara zum Optativus. am


