21
sie dem Griechischen Optativus und Conjunctivus genau ent- sprechen, dielſs läſst sich auch für die Tempora des Per- fects und Plusquamperfects nachweisen.—
Es sind mir nun noch zwei Gründe übrig, die ich mit aller Kürze darzulegen mir erlauben darf.
Man findet in der Griechischen Sprache durchaus keine Spur von eihem Conjunctivus und andern Nebenmodis des Imperfects und Plusquamperfects. Manche wollen zwar a priori beweisen, daſs es in dieser Sprache solche Formen nicht geben könne: ich lasse mich aber weder auf das für, noch auf das wider ein. Genug, diese Modi fehlen, und werden im Griechischen, wenn man so sagen dürfte, durch die Nebenmodi des Präsens und des Perfects ersetzt. Kann man dieſs nun nicht auch für die Schwestersprache anwenden? Ich sollte glauben, da es ohne Zwang geschehen kann, und da das Namliche hinsichtlich des Imperativs, In- finitivs und Particips schon statt indet. Man wird einwen- den: diese Conjunetivtempora seien eine Eigenheit der La- teinischen Sprache, so wie es der Ablativus und das Supi- num ist; die Alten haben sie selbst dafür angesehen, und es müsse daher streng auf den Status uti possidetis gehal- ten werden; auch habe Vossius, als er den Optativus elimi- nirt habe, sie dem Conjunctivus zugesprochen*). Allein
9) Aristarch. III. 8.


